3 Millionen Arbeitslose! Zwei Grafiken, die zeigen, dass die Lage noch viel dramatischer ist als gedacht
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3 Millionen Arbeitslose in Deutschland – eine Zahl, die für Aufsehen gesorgt hat und zeigt, dass die anhaltende Wirtschaftskrise in Deutschland auf dem Arbeitsmarkt angekommen ist. Dabei verschleiert der Blick auf die Zahl 3 Millionen, wie dramatisch die Lage wirklich ist.
Beinahe täglich ploppen in Deutschland Meldungen auf, dass große und bekannte Unternehmen Hunderte oder Tausende Stellen streichen wollen. In der Zahl der Arbeitslosen steckt dieser massive Verlust von Jobs aber bei Weitem nicht. Die meisten Stellen fallen einfach weg, indem sie nicht mehr nachbesetzt werden.
Ein Papier der beiden Arbeitsmarkt-Experten beim renommierten ifo-Institut, Holger Schäfer und Dr. Oliver Stettes, zeigt anhand von drei entscheidenden Zahlen, dass die Zahl der Arbeitslosen zwar steigt, aber bei Weitem nicht den wahren Jobverlust in Deutschland abbildet.
Denn: Die Zahl der Menschen, denen gekündigt worden ist, ist im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit gerade Anfang 2026 erst minimal über den Wert von 2018 gestiegen (obere Linie). Im selben Zeitraum ist jedoch die Zahl der gemeldeten offenen Stellen der Betriebe um beinahe 40 Prozent eingebrochen.

Für die beiden Experten ein klares Indiz dafür, dass die Unternehmen (noch) nicht im großen Maße kündigen, sondern vor allem durch Ruhestand und Rente wegfallende Jobs schlicht nicht mehr besetzen. „Die Anpassung des Personalbestands erfolgt aber nicht in erster Linie durch Entlassungen, sondern durch (Früh-)Verrentung und Nichtbesetzung der dadurch freigewordenen Stellen“, schreiben Schäfer und Stettes.
Parallel dazu zeigt eine andere Zahl, dass der Wegfall von Jobs am Ruhestandsende nicht im selben Maße von Nachbesetzungen mit jungen Menschen ausgeglichen wird. Denn wie die ifo-Experten aus den Statistiken der Bundesagentur für Arbeit zitieren, sind gerade junge Menschen überproportional oft arbeitslos.
Im Bundesdurchschnitt ist der Anteil der Arbeitslosen um etwas mehr als 25 Prozent angestiegen. Bei Menschen unter 25 Jahren liegt der Anstieg bei fast 50 Prozent – also knapp doppelt so hoch.

Heißt: Der Wegfall von Jobs in Deutschland wird aktuell noch in weiten Teilen durch die Nicht-Nachbesetzung von wegfallenden Stellen durch Ruhestand gelöst und zeigt sich somit nur in Ansätzen in der absoluten Zahl der Arbeitslosen. Obwohl allein in den vergangenen zwei Jahren eine Viertelmillion mehr Menschen arbeitslos geworden sind, spiegelt das bei Weitem nicht den realen Jobverlust und die Folgen der Wachstumsschwäche wider.
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