„The Goodforces“ und „Edelweiß“: Das linksgrüne Kampagnengeflecht gegen die CDU, NIUS und alles, was als rechts gilt
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Hinter der Edelweiß-Initiative, die NIUS den Kampf erklärt hat, steckt offenbar ein größeres Netzwerk, das eine linksgrüne Kampagnenfähigkeit auf die Beine stellen will. Wie das Portal Transparente Demokratie recherchiert hat, handelt es sich bei dem Verein TGF Media, der das „Edelweiß-Netzwerk“ betreibt, um einen Ableger der Berliner PR-Agentur „The Goodforces“ – die wiederum beste Verbindungen zu den Grünen pflegt.
Die Agentur „The Goodforces“ macht dabei aus ihrer Mission keinen Hehl: Auf ihrer Website heißt es, man wolle „Diskursmacht zurückgewinnen“ und „die Grenzen des Sag-, Denk- und Machbaren verschieben“. Auf der Homepage treten die „guten Kräfte“ selbstbewusst als „politische Diskursmacher*innen“ auf. Unter den Slogans „Wir hacken den Diskurs“ und „Aufmerksamkeit ist Macht – wir organisieren sie“ beschreiben sie ihr Selbstverständnis: Sie wollen progressive Narrative früh sichtbar machen, Debatten strategisch verschieben und genau dort zuspitzen, wo NGOs vorsichtig sein müssen und Parteien taktisch agieren.

„Aufmerksamkeit in Wirkung“: Mobilisierung für Anti-Rechts-Demos im vergangenen Jahr
Zu ihren Projekten gehören etwa „Progressive Lore“, bei dem man sich zusammen mit Campact und Fridays for Future im Bundestagswahlkampf 2025 für progressive Inhalte zu Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit einsetzte – und Millionen-Reichweiten erzielte. Auch das Format „In aller Kürze“, das pointierte (linke) Statements aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft bündelt und gerade auf LinkedIn hohe Reichweiten erzielt, wird von der Agentur betrieben. Auf ihrer Plattform neunund20.de und in den sozialen Netzwerken pushen sie Kampagnen mit Titeln wie „Töchter gegen Merz“, ein Aufbegehren gegen die „Stadtbild“-Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz, starten eine Petition mit dem Appell „Deutsche bitten bei Brasilien um Entschuldigung für Merz“, und fordern: „Frauke Brosius-Gersdorf muss Richterin werden“. Auch die Hamburger Zukunftsentscheidung über Klimaneutralität, die Kampagne „Wir sind die Brandmauer“, „‚Prüf‘-Demos für ein AfD-Verbot“ oder „Ganz Berlin hasst die CDU“ sind auf die Macher zurückzuführen. Die Liste liest sich wie ein Katalog gezielter Provokationen und linker Agitation im Namen „unserer Demokratie“.
Mit der eigenen Voreingenommenheit wird hier nicht hinterm Berg gehalten. Der Autor Ludger Weß schreibt auf Transparente Demokratie, die Agentur schleudere „unablässig virtuellen Dreck in Richtung ihrer Gegner“ – vor allem gegen die CDU und Friedrich Merz, aber auch gegen andere Politiker und Medien rechts der Mitte.

Progressive Politik: Man „hacke“ den Diskurs.
Die guten Kräfte im angeblich schmutzigen Kampf um Diskursmacht
Hinter „The Goodforces“ stehen zwei Männer: Peter Jelinek und Patrick Haermeyer. Die beiden Gründer stammen aus dem engsten grünen Umfeld. Haermeyer war Vorstand der Grünen Jugend Mannheim, arbeitete in zahlreichen grünen Wahlkampfteams und als politischer Berater im Europaparlament. Jelinek war Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Grünen im EU-Parlament und zuvor Campaigner beim WWF. Die Agentur sitzt dort, wo sich alle guten grünen Menschen tummeln: im Berliner Kollwitzkiez.
Wie eine Kurzbiografie beim Projekt „Mut zur Nachhaltigkeit“ der Zeit ausweist, war Haermeyer auch an den US-Präsidentschaftswahlkämpfen von Bernie Sanders und Kamala Harris zumindest indirekt beteiligt. Gemeinsam mit Jelinek war er an einer Astroturfing-Aktion der Grünen-Fraktion beteiligt, bei der mit randomisierten Textbausteinen das EU-Konsultationsverfahren zur Gentechnik-Neuregelung manipuliert werden sollte. Astroturfing bezeichnet die gezielte Vortäuschung einer spontanen, breiten Bürgerbewegung, die in Wirklichkeit eine professionell gesteuerte Top-down-Kampagne ist.
„Wir hacken den Diskurs“
Dazu passt die Aussage von Melanie Goemmel, Direktorin für Strategie und Kommunikation bei „The Goodforces“: „Wir müssen aufhören zu glauben, dass Fakten allein im digitalen Rauschen gewinnen. Wir brauchen den Mut zur Kante und eine Sprache, die dort wirkt, wo Meinungen entstehen.“ Auf der Website der Agentur heißt es weiter: „Indem wir die Grenzen des Sag-, Denk- und Machbaren neu verschieben, machen wir progressive Ideen wieder zum gesellschaftlichen Mainstream.“

„Wir sind die Brandmauer“: Kampagnen- und Mobilisierungsfähigkeit gegen alles, was als rechts gilt.
Auffällig ist auch die enge Zusammenarbeit der Goodforces mit Organisationen wie Campact, Fridays for Future und HateAid. Mit dem Projekt „Progressive Lore“ starteten sie etwa eine Petition zum Verbot von X (weil Elon Musk ein Faschist sei) und begleiteten Bundestagswahl-Duelle mit Livetickern. Ihr erklärtes Ziel für 2029: „eine Koalition aus SPD, Grünen und Linken“. Hauptgegner bleibt Friedrich Merz, der als „Narr“, „Totalausfall“, „Kanzler für die Reichen“, Lobbyist, Rassist und „rechter“ Politiker dargestellt wird. Auch andere Unions-Politiker wie Günther Felßner (der Bauernpräsident, der 2025 als potenzieller Agrarminister im Gespräch war) oder Bundestagspräsidentin Julia Klöckner werden mit spöttischen oder aggressiven Kampagnen überzogen.
Gleichzeitig positionieren sich die linksgrünen Kampagnenmacher öffentlich als Hüter von Anstand und Respekt im Netz. Ihre Forderungen werden dankbar von grünen Politikern aufgegriffen. Familienministerin Lisa Paus erklärte 2024: „Hass im Netz ist eine Bedrohung für die Demokratie.“ Katarina Dröge betonte: „Menschen mit Würde, mit Anstand, mit Respekt zu begegnen – eigentlich eine Selbstverständlichkeit.“ Renate Künast, Beiratsmitglied von HateAid, beschrieb in der Zeit, wie Pöbeleien im Netz „das Interesse und das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern für diese Demokratie zerstören“ sollen.
Die Hüter des Anstands betreiben selbst tendenziöses Agendasetting
Die Recherche von Transparente Demokratie zeigt nun, dass ausgerechnet hinter der neuen Initiative „Edelweiß“ – also jenen, die sich als Anti-NIUS-Aufklärer inszenieren und sich nach dem Symbol des Jugendwiderstands gegen die Nationalsozialisten benannt haben – dieselben Akteure stecken, die im Grunde alles Rechte bekämpfen und alles Grüne fördern.
Der Verein TGF Media (Sitz: Friedrichstraße 155 in Berlin, dieselbe Adresse wie Campact) soll offenbar eine breitere, spendenfähige Basis für die Kampagnen schaffen. Jelinek und Haermeyer gründeten ihn gemeinsam mit Gleichgesinnten. Die Initiative versteht sich als „Gegenmodell zur Medienmacht der Neuen Rechten“. Ricarda Lang, ehemalige Grünen-Vorsitzende, wird mit den Worten zitiert: „Es ist Zeit, dass wir uns gegen diese Hassschleudern wehren!“ Sowohl Lang (Instagram-Reel) als auch Künast (Artikel auf Edelweiß) wurden von den Agenturbetreibern bereits prominent gefeatured.
Mitte März 2026 sorgte Edelweiß mit einer anti-NIUS-Kampagne für Aufsehen. Kommentare auf NIUS-Kanälen wurden aufgegriffen, um „Doppelmoral und Frauenhass“ anzuprangern. Die Aktion wurde unter anderem von der österreichischen Aktivistin Natascha Strobl, der Autorin Veronika Bohrn Mena und dem Soziologen Andreas Kemper unterstützt – allesamt Autoren oder Verbündete von Campact oder der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Edelweiß verbreitete selbst tendenziöse Darstellungen von NIUS vor dem Bundestag – aufgegriffen vom Grünen-Politiker Erik Marquardt.
Unklar bleibt, wer genau die Goodforces finanziert. Zu den Kunden zählen nach eigenen Angaben „zivilgesellschaftliche Organisationen, Politiker im EU-Parlament und Firmen im Sektor Erneuerbare Energien“ – darunter die IG Metall und der Abmahnverein Deutsche Umwelthilfe. Die Kampagnen auf neunund20.de bezeichnet Haermeyer als „Eigeninitiativen“, die „weder von Parteien finanziert noch beauftragt“ seien. Insgesamt bildet das Kampagnengeflecht von Jelinek und Haermeyer eine digitale Infrastruktur, die ironischerweise genau das vorantreibt, was sie der Gegenseite stets vorwirft: die bewusste Verzerrung von Fakten, Spindoctoring und tendenziöses Agendasetting.
Was die selbst ernannten Hüter des Anstands als „politisches Campaigning“ bezeichnen, „das Haltung zeigt und Klartext spricht“, ist dabei nichts anderes als eine Kampagnenmaschinerie, die mit Krawall gegen freie Medien vorgeht. Und wie es um sein Verständnis von Pressefreiheit steht, verkündete Jelinek am Donnerstag selbst auf BlueSky: „Eine Anmerkung für Katherina Reiche: Wenn das rechte Kampagnenportal NIUS von Julian Reichelt ihren FAZ-Gastbeitrag zur Energiewende feiert, dann liegt sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit komplett falsch.“ Wenn die Falschen zustimmen, so die Logik, dann werde auch der Inhalt falsch.
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