Pfizer-Insider schätzt zwischen 20.000 und 60.000 Corona Impftote in Deutschland
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Es ist eine Stimme, die im Streit um die Sicherheit der Corona-Impfstoffe Gewicht hat: Dr. med. vet. Helmut Sterz. Der Veterinärmediziner promovierte in Virologie und war viele Jahre als Toxikologe in der Pharmaindustrie tätig – unter anderem als Leiter der Toxikologie bei Pfizer Europa. Wenn jemand die Sicherheitsprüfung von Arzneimitteln aus dem Innersten der Industrie kennt, dann er. NIUS erklärt, wie seine Schätzungen zu den Corona Impftoten in Deutschland zustande kommen.
Vor der Corona-Enquete-Kommission des Bundestags sorgte Sterz mit einer Zahl für Aufsehen: bis zu 60.000 mögliche Corona Impftote allein in Deutschland. Seine Rechnung ist dabei zunächst schlicht: Er geht von rund 2.000 gemeldeten Todesverdachtsfällen nach der Impfung mit Comirnaty aus – Zahlen, die auf Meldungen beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI) beruhen. Diese multipliziert er mit einem Faktor von 30, den er als realistische Schätzung für das sogenannte Underreporting bezeichnet.

Dr. med. vet. Helmut Sterz in der Corona-Enquete-Kommission
Dunkelziffer zwischen 90 und 99 Prozent
Gegenüber NIUS präzisiert er seine Herleitung: „Es ist allgemein akzeptiert, dass die tatsächliche Anzahl von Todesverdachtsfällen weitaus höher liegt als die gemeldeten. Bei dem PEI gehen freiwillige Meldungen ein, genauso wie bei der Pharmakovigilanz anderer Länder. Es wird allgemein angenommen, dass nur zwischen 1 und 10 Prozent der wirklichen Impfnebenwirkungen gemeldet werden. Man kann also die Anzahl der gemeldeten Fälle mit Zahlen zwischen 10 und 100 malnehmen.“ Er bezieht sich dabei auf amerikanische Autoren, die einen Faktor von 30 für realistisch halten – woraus sich bei rund 2.000 gemeldeten Fällen die Größenordnung von etwa 60.000 ergibt.
In der Pharmakovigilanz gilt es als unstrittig, dass Spontanmeldesysteme nur einen Teil der tatsächlichen Nebenwirkungen erfassen. Wenn – wie häufig angenommen – nur 1 bis 10 Prozent der Fälle gemeldet werden, entspricht das einer Dunkelziffer von 90 bis 99 Prozent.
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Das strukturelle Problem wird auch von Behörden selbst beschrieben. In einem Bulletin aus dem Jahr 2007 weist das Paul-Ehrlich-Institut darauf hin, dass „nur etwa sechs Prozent aller UAW (unerwünschter Arzneimittelwirkungen, Anm. d. Red.) und fünf bis zehn Prozent der schweren UAW“ gemeldet werden. Spontanmeldesysteme leiden demnach nicht nur unter Untererfassung, sondern auch unter unvollständigen Daten – etwa fehlenden Angaben zu Vorerkrankungen oder Begleitmedikation. Genau deshalb sind diese Daten für definitive Kausalitätsaussagen nicht geeignet, was ihrer immensen Bedeutung jedoch keinen Abbruch tut.

Screenshot von pei.de
Schätzungen im politischen Streit
Grundsätzlich gilt: Wer mit solchen Daten arbeitet, bewegt sich zwangsläufig im Bereich von Schätzungen. Je nachdem, welchen Underreporting-Faktor man zugrunde legt, ergeben sich unterschiedliche Werte. Sterz selbst nennt gegenüber NIUS einen konservativeren unteren Rand von etwa 20.000 möglichen Todesfällen – eine für sich bereits atemberaubende Größenordnung.

NiUS Infografik: So werden die zwischen 20.000 und 60.000 Corona Impftoten in Deutschland berechnet.
Sicher ist zugleich, dass man mit solchen Schätzungen nicht so umgehen sollte, wie es der Corona-Impfung unkritisch gegenüber eingestellte Medien getan haben, indem sie Modellrechnungen als harte Fakten präsentierten. So verbreitete etwa der MDR unter Berufung auf die WHO, die Corona-Impfung habe in Europa 1,6 Millionen Menschenleben gerettet – eine Modellrechnung, die von Übermedien als methodisch fragil eingeordnet wurde.

MDR.de, 17. August 2024.
Die entscheidende Erkenntnis ist daher nicht eine exakte Zahl, sondern das Abstecken einer Größenordnung – nach unten wie nach oben. Diese ergibt sich aus drei Faktoren: den gemeldeten Verdachtsfällen als Ausgangsbasis, der angenommenen Untererfassung in den Meldesystemen und der im Einzelfall oft nicht eindeutig zu klärenden Frage, ob ein gemeldeter Todesfall tatsächlich auf die Impfung zurückzuführen ist.
So spitzt Sterz gegenüber NIUS zu: „Was wäre übrigens gewesen, wenn man Impfbereiten, insbesondere gesunden jungen Menschen gesagt hätte, es werden zwischen 20.000 und 60.000 Menschen in Deutschland an der Impfung sterben, weil man gegen ein menschengemachtes Virus impfen muss, das eine Grippe verursacht?“
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