So konstruiert die Islam-Organisation „CLAIM“ mit Millionen Steuergeld „antimuslimischen Rassismus“
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Am Mittwoch stellte die steuerfinanzierte Islam-Organisation „CLAIM“ ihr bundesweites Lagebild „antimuslimischer Rassismus“ für 2025 vor. Demnach seien die Fälle gegenüber dem Vorjahr um ganze 33 Prozent gestiegen. Das Problem: Eine einheitliche Definition von „antimuslimischem Rassismus“ gibt es nicht. Und mehr als die Hälfte der erfassten Fälle bezieht sich auf Aussagen im Internet.
Über 1,8 Millionen Euro: So viel erhielt die staatlich geförderte Fachstelle „CLAIM“, die sich „gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit“ engagiert, allein in den vergangenen vier Jahren vom Familienministerium, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie dem Bundesinnenministerium. Während die Förderung für die gemeinnützige Organisation, die sich dem Kampf gegen Islamhass verschrieben hat, immer weiter steigt, steigt auch die Zahl vermeintlicher Fälle von „antimuslimischem Rassismus“.
Am Mittwoch stellte Rima Hanano, Leiterin von „CLAIM“, gemeinsam mit Said Etris Hashemi, einem linken Aktivisten und Überlebenden des Hanau-Anschlags von 2020, in der Bundespressekonferenz das bundesweite Lagebild „antimuslimischer Rassismus“ für 2025 vor. Es ist bereits das vierte Lagebild der Organisation. Es soll Rassismus gegen „Muslim*innen“ sowie „muslimisch wahrgenommene Menschen“ dokumentieren, auswerten und laut Hashemi „alle nachdenklich stimmen“.

Laut „CLAIM“-Leiterin Rima Hanano und dem Aktivisten Said Etris Hashemi sei der Hass gegen Muslime in den vergangenen Jahren stark gestiegen.
„Antimuslimischer Rassismus“ als politische Konstruktion
Dabei ist bis heute nicht klar, was „antimuslimischer Rassismus“ überhaupt sein soll. Obwohl es zentral wäre, zu wissen, wovon „CLAIM“ bei diesem Begriff spricht, liefert die Organisation in ihrem Lagebericht selbst keine Definition.
Stattdessen schreibt „CLAIM“, man orientiere sich im Rahmen des Monitorings an der Arbeitsdefinition von „antimuslimischem Rassismus“, die von der „Europäischen Kommission gegen Rassismus und Intoleranz“ (ECRI) genutzt wird.

Im Lagebild von „CLAIM“ zum Thema „antimuslimischer Rassismus“ findet sich keine klare Definition des Begriffs.
Die „Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz“ definiert „antimuslimischen Rassismus“ in einer Empfehlung als spezifische Form des Rassismus, die sich gegen Muslime oder „als Muslime wahrgenommene Personen“ richtet und in Vorurteilen, Stigmatisierung, Diskriminierung oder struktureller Benachteiligung münden könne.
Dass Rassismus in seiner allgemeingültigen Definition die Diskriminierung von Menschen aufgrund von Ethnie oder Herkunft meint und nicht aufgrund ihrer Religion, ignorieren sowohl „CLAIM“ als auch die ECRI. Dabei kritisieren Politiker und Journalisten den identitätspolitisch geprägten Begriff schon lange.

Sie ist Integrationsbeauftragte von Berlin-Neukölln: Schriftstellerin und Dokumentarfilmerin Güner Balcı.
Eine von ihnen ist die Journalistin und Integrationsbeauftragte von Berlin-Neukölln, Güner Balcı. Sie sieht „antimuslimischen Rassismus“ als „Kampfbegriff“, der sich für sie neben den Begriff „Islamophobie“ reiht, der laut Balcı auch vom Mullah-Regime in Teheran und vom türkischen Präsidenten Erdoğan genutzt werde.
In einem Spiegel-Interview sagte Balcı unter anderem: „Wer heute von antimuslimischem Rassismus spricht, will den grassierenden Antisemitismus relativieren und den Islamismus. Das geht so weit, dass manche behaupten, es gebe keinen Islamismus.“
Erhebung hat keine Aussagekraft
„CLAIM“ behauptet, die Zahl der Vorfälle sei 2025 auf 4096 Fälle gestiegen, ein Plus von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aussagekräftig ist diese Zahl allerdings nur bedingt. Denn die Erhebungsmethode ist – wie die Organisation selbst einräumt – nicht repräsentativ.
Grundlage ist ein sogenanntes „Community-basiertes Monitoring“. Dafür sammelte „CLAIM“ unter anderem mutmaßlich antimuslimische Online-Beiträge mithilfe von KI und wertete Meldungen von Beratungsstellen aus 15 Bundesländern aus. Besonders auffällig: 2255 der insgesamt 4096 dokumentierten Fälle stammen aus dem Internet. Mehr als die Hälfte der angeblichen Vorfälle bestand also aus Kommentaren, Nachrichten oder Beiträgen im Netz.

Vor allem ein Internetphänomen: „antimuslimischer Rassismus“.
Hinzu kommt: Eine KI kann oft nicht zuverlässig erkennen, was tatsächlich unter „antimuslimischen Rassismus“ fällt und was nicht. Unabhängig von der umstrittenen Definition des Begriffs kann sie etwa Ironie oder legitime Kritik am Islam nicht verlässlich von tatsächlichem Hass oder Ironie unterscheiden.
Zwar dokumentiert der Lagebericht auch Fälle von tatsächlichen rassistischen Übergriffen, etwa wenn muslimische Frauen aufgrund ihrer Herkunft beleidigt oder körperlich angegriffen werden. Bei zahlreichen weiteren Fällen erscheint die Einordnung jedoch fragwürdig. So finden sich auch Delikte, bei denen nicht eindeutig erkennbar ist, ob sie sich überhaupt gezielt gegen Muslime richteten.

Schon beim Lagebild 2024 behauptete „CLAIM“-Chefin Rima Hanano, dass der „antimuslimische Rassismus“ stark angestiegen wäre. Könnte das auch an der Methode der Datenerhebung liegen?
Mehr Meldestellen, mehr „antimuslimischer Rassismus“
Hinzu kommt: Die Zahl der Meldestellen für vermeintlich „antimuslimischen Rassismus“ ist von zehn Stellen in sieben Bundesländern im Jahr 2022 auf 38 Stellen in 15 Bundesländern im Jahr 2025 gestiegen.
Das ist ein erhebliches methodisches Problem. Denn je mehr Meldestellen es gibt, desto mehr Fälle können gemeldet werden. Die Fallzahl steigt damit fast automatisch. Das zeigt sich auch an der hohen Zahl gemeldeter Internet-Vorfälle: Islamkritische Kommentare lassen sich leicht per Screenshot auf einer Meldeplattform einreichen.
Hinzu kommt ein sogenannter Meldebias: Meldestellen erreichen oft Menschen, die bereits politisiert sind und womöglich auch in islamkritischen Aussagen Rassismus sehen. Auch das kann die Zahlen verzerren.

Auch sein Ministerium förderte „CLAIM“: CSU-Innenminister Alexander Dobrindt.
Rassismus als Selbstzweck
Bereits 2024, als der Bericht zu „antimuslimischem Rassismus“ für das Jahr 2023 vorgestellt wurde, meldete „CLAIM“ einen starken Anstieg: von 898 Fällen im Vorjahr auf 1.926 Fälle im Jahr 2023. Die Lösung aus Sicht der Organisation: mehr Steuergeld, mehr Förderung, mehr Meldestellen.
So fordert „CLAIM“ als „zentrale Handlungsempfehlung“ unter anderem, das „zivilgesellschaftliche Monitoring“ auszubauen und „finanziell“ abzusichern. Also ausgerechnet ein Monitoring für ein Phänomen, das gesellschaftlich hoch umstritten ist und für das es keine klare Definition gibt.
Wie lukrativ das Geschäft mit dem „antimuslimischen Rassismus“ ist, zeigen auch die Fördergelder verschiedener Ministerien. Zwei AfD-Anfragen von Ende 2025 belegen: Allein vom Familienministerium, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und dem Bundesinnenministerium erhielt die Organisation in den vergangenen vier Jahren über 1,8 Millionen Euro Steuergeld.
Allein 433.300 Euro flossen von Juli 2024 bis Dezember 2025 aus dem Innenministerium von Alexander Dobrindt an „CLAIM“, unter dem Projekttitel: „Zentrale Dokumentations- und Informationsstelle antimuslimischer Rassismus“.

ZDF und ARD bewerben Lagebericht
Trotz der undurchsichtigen Definition von „antimuslimischem Rassismus“ bei „CLAIM“ sowie zahlreicher methodischer Probleme und Interessenkonflikte wird das Lagebild vor allem von öffentlich-rechtlichen Medienformaten unkritisch aufgegriffen.
So titelte die „Tagesschau“ auf Instagram: „Deutlich mehr antimuslimische Vorfälle“. Nach heftiger Kritik in den Kommentaren deaktivierte das ARD-Nachrichtenportal die Kommentarfunktion unter dem Beitrag.
Auch der öffentlich-rechtliche Sender Phoenix titelte: „Lagebericht 2025 zeigt deutlichen Anstieg an Vorfällen“. Eine kritische Einordnung der Zahlen oder der Erhebungsmethode blieb auch bei dem von ARD und ZDF gemeinsam betriebenen Sender aus.
Der Fall „CLAIM“ zeigt also: Je mehr staatlich finanzierte Meldestellen für „antimuslimischen Rassismus“ entstehen, desto mehr Vorfälle werden dokumentiert. „CLAIM“ veröffentlicht daraufhin jährlich steigende Fallzahlen, ohne den Begriff präzise zu definieren oder transparent offenzulegen, welche Fälle einfließen. Diese Zahlen begründen wiederum neues Steuergeld und weitere Meldestellen, legitimiert durch öffentlich-rechtliche Berichterstattung. Ein steuerfinanzierter Teufelskreis...
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Joelle Rautenberg
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