Prof. Roland Wiesendanger im Interview: „Es gibt ein deutsch-chinesisches Labor in Wuhan, wo in der Vergangenheit auch mit gefährlichen Viren experimentiert wurde“
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Nach den bahnbrechenden Enthüllungen der scheidenden US-Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard gerät auch Deutschland in den Fokus der Kritik. Gabbard hatte bislang unter Verschluss gehaltenen Schriftverkehr der Geheimdienste publiziert, der zeigt, dass der ehemalige US-Chefvirologe Anthony Fauci vor dem Kongress unter Eid gelogen hatte. Wahrheitswidrig hatte er behauptet, dass er den Geheimdienst beim Thema Corona nicht gebrieft habe. Doch genau das hatte er getan – und ihn so weg von der Laborhypothese hin zur Theorie eines natürlichen Ursprungs gelenkt. Es war eine Manipulation: Denn der virologische Kreis um Fauci kannte selbst die guten Argumente, die für die Labortheorie sprachen, wie freigeklagte Dokumente später bewiesen.
Prof. Roland Wiesendanger gehört zu den Ersten, die die Frage nach dem Ursprung des Coronavirus stellten. NIUS hat ihn interviewt. Er betont, dass auch Deutschland eine gewichtige Rolle spielt. Und das nicht nur durch seinen bekanntesten Virologen Christian Drosten, sondern auch aufgrund deutsch-chinesischer Kooperationen, die mitten in Wuhan stattgefunden haben, teils in Fußweite zu jenem berüchtigten Seafood-Market, an dem das Virus der offiziellen Darstellung nach ausgebrochen sein soll.

Es ist ein Katzensprung vom deutsch-chinesischen Labor und dem offiziellen Ausbruchsort des Coronavirus. (Screenshot: Google Maps)
Schon am 5. Mai 2020 wies Wiesendanger in einer ersten Pressemitteilung auf die im Kontext der Corona-Pandemie hochproblematischen Aktivitäten am Wuhan Institute of Virology hin. Der wissenschaftlichen Literatur entnahm er, dass seit vielen Jahren die hochgefährliche Gain-of-Function-Forschung in Wuhan durchgeführt wurde.
Der virologische Beitrag zur Zensur
Was passierte bei diesen Experimenten?
Prof. Roland Wiesendanger erklärt: „SARS-artige Coronaviren wurden an menschliche Zellrezeptoren angepasst; insbesondere Genmanipulationen wurden durchgeführt, die diese Viren befähigten, leichter in menschliche Zellen einzudringen und in der Folge überhaupt Anlass für eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung gaben.“
Wiesendanger kündigte damals eine Studie an, in der er das ein Jahr lang detailliert untersuchen wollte. Bereits in den ersten Monaten des ersten Pandemiejahres, im Februar 2020, erschien allerdings auch eine Veröffentlichung in dem renommierten Medizinjournal The Lancet, in der 27 Virologen, darunter auch Christian Drosten, gegenüber der Öffentlichkeit die Laborursprungshypothese als reine Verschwörungstheorie abtaten. Für Wiesendanger heißt das: „Virologen wie Herr Drosten und andere haben die durchaus plausible Ursprungshypothese von Anfang an diffamiert. Sie wollten alle anderen Wissenschaftler, die anderer Ansicht waren, delegitimieren und aus der wissenschaftlichen Debatte herausdrängen.“
Und es blieb nicht beim Abwürgen einer offenen, wissenschaftlichen Debatte. Es war der Beginn einer Schlacht gegen die Wahrheit, die letztlich sogar mit Zensur durchgesetzt wurde. Die Wissenschaftler um Fauci und Drosten hätten mittelbar dafür gesorgt, so Wiesendanger weiter, „dass die Ursprungshypothese auf verschiedenen Plattformen zensiert wurde. Auch das ist belegt, zum Beispiel durch die Twitter Files und durch Aussagen von Mark Zuckerberg.“
Wiesendanger wirft prominenten Virologen vor, durch ihre frühe öffentliche Einordnung der Laborhypothese als Verschwörungstheorie zu einem Klima beigetragen zu haben, in dem Plattformen entsprechende Inhalte flächendeckend löschten.
Das deutsch-chinesische Labor in Wuhan
Was sind die Motive hierfür?
Wiesendanger: „Man wollte viele chinesische Einrichtungen schützen, weil sie mit deutschen Einrichtungen kooperieren. Es gibt insbesondere auch ein gemeinsames deutsch-chinesisches Labor in Wuhan, wo natürlich auch experimentiert wurde in der Vergangenheit. Dort gibt es viele Forschungsaktivitäten, die auch von der damaligen Bundeskanzlerin Frau Merkel Anfang September 2019 besucht wurden. Auch Herr Drosten war immer wieder mit den Kolleginnen und Kollegen aus Wuhan zusammen, zum Beispiel auch mit Shi Zhengli, die im Zentrum dieser Gain-of-Function-Experimente am Wuhan Institute of Virology steht.“

Christian Drosten und die „Fledermaus-Frau“ (in Anlehnung an „Batman“ wird sie „Batwoman“ genannt. Screenshot: The daily sceptic)
Weiter sagt er: „Es gibt aber auch gemeinsame sogenannte Transregio-Sonderforschungsbereiche, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert wurden, zum Beispiel zwischen deutschen Virologie-Einrichtungen an der Universität Duisburg-Essen und Wuhan. Also, da gibt es ganz viele Kooperationen, die stattgefunden haben.“
Eine offizielle Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen bezeugt dies:

Das „gemeinsame Labor für Infektion und Immunität“ befindet sich in der Nähe des berüchtigten Seafood-Markts. (Der Screenshot zeigt die maschinelle Übersetzung der Pressemitteilung.)
Wiesendanger weist auch auf „Netzwerke innerhalb Deutschlands hin, die zum Beispiel vom Bundesministerium gefördert wurden. Ein Projekt ist das sogenannte Rapid-Projekt, in dem explizit auch Gain-of-Function-Forschung vom Bundesministerium in Deutschland gefördert wurde. (…) Es ist kein Geheimnis, dass auch an der Charité in Berlin Gain-of-Function-Forschung betrieben wird – an MERS-artigen Coronaviren, die noch einmal viel tödlicher sind als SARS-artige Coronaviren. All das ist in diesem Forschungsantrag beschrieben. Der ist öffentlich zugänglich. Dort kann man direkt nachlesen, dass hier ein Gain-of-Function-Ansatz verfolgt wird. Das kann man überhaupt nicht bestreiten, diese Dokumente liegen alle vor. Die Bundesregierung hat auf eine parlamentarische Anfrage hin bestätigt, dass diese Gain-of-Function-Forschung auch in Deutschland stattfindet – und hat das dann auch noch verteidigt.“
Doch von alledem wollten hiesige Journalisten seinerzeit wenig wissen.
Die Reaktionen der Presse
Deutsche Medien agierten in jener Zeit nicht als vierte Gewalt, sondern so, als wären sie die Pressestelle der Exekutive.
Seine einjährige Studie veröffentlichte Wiesendanger am 18. Februar 2021 über die Pressestelle der Universität Hamburg: „Aus ihr ging klar hervor, dass ganz viele Indizien dafür sprechen, dass SARS-CoV-2 tatsächlich ein Laborkonstrukt ist“, so Wiesendanger. Das habe „natürlich die entsprechenden hysterischen Reaktionen der Leitmedien“ zur Folge gehabt. Sie brachten Schlagzeilen wie: „Wiesendanger begibt sich in den Bereich von Verschwörungstheorien.“ Ein besonders unschönes Beispiel hierfür gibt die taz ab. Auf Nachfrage von NIUS, ob sie sich inzwischen bei Wiesendanger für den folgenden Beitrag entschuldigt hat, reagierte die taz bislang nicht.

Schlecht gealtert: Inzwischen ist die vermeintliche „Pseudo-Wissenschaft“ konsensual anerkannt.
Wiesendanger weiter: „Das besonders Perfide war: Zu diesem Zeitpunkt, Anfang 2021, wussten die Bundesregierung und viele Behörden, dass der Bundesnachrichtendienst (BND) bereits sehr früh zu einer Wahrscheinlichkeit von 80 bis 95 Prozent für einen Laborursprung von SARS-CoV-2 gekommen war.“
Erst im März 2025 wurde die Existenz dieses BND-Berichts öffentlich bekannt. Daraufhin sprach ein früherer BND-Präsident in einem international viel beachteten Interview von einer Vertuschung durch Merkel und die damalige Bundesregierung, die, so Wiesendanger, „diese Informationen ganz offensichtlich frühzeitig hatten, sie aber der deutschen Bevölkerung nicht kommunizierten“. Das habe dazu geführt, „dass ganz lange nicht nur ich, sondern viele andere Wissenschaftler diffamiert und in die Ecke der Verschwörungstheoretiker gestellt wurden“.
„Nachgewiesene Vertuschungsaktionen auf allerhöchster Ebene“
Mittlerweile ist die Sache, die vertuscht werden sollte – der Laborursprung –, als solche unstrittig, auch unter Behörden. Nicht nur der Bundesnachrichtendienst, sondern auch Tulsi Gabbard als Direktorin der nationalen US-Geheimdienste sowie Vertreter des US-Senats und des Repräsentantenhauses bestätigten diese Einschätzung. Ebenso bekräftigte ein Whistleblower des Auslandsgeheimdienstes CIA, dass die Ausgangslage viel eher zugunsten eines künstlichen Ursprungs sprach.
Aufgeflogen ist darüber hinaus auch, dass und in welchem Ausmaß vertuscht worden ist. So habe es, erklärt Wiesendanger, „nachgewiesene Vertuschungsaktionen auf allerhöchster Ebene gegeben – sowohl von Gesundheitsbehörden als auch von politischen Institutionen bis hin zu Zensurmaßnahmen –, um die Laborursprungshypothese zu bekämpfen und stattdessen das Narrativ eines natürlichen Ursprungs gegenüber der Bevölkerung zu kommunizieren. Und zwar nicht nur in den USA und in Deutschland, sondern weltweit.“
Es ist, wenn man so will, eine „Verschwörungstheorie“, die sich als wahr erwiesen hat. „Wie wir in den letzten Tagen erfahren haben, wurde diese Vertuschung und diese Fehlinformation tatsächlich koordiniert“, resümiert der Hamburger Professor. „Insofern bin ich natürlich noch einmal darin bestätigt worden, dass alles, was ich seit 2020 gesagt und 2021 in meiner Studie dargelegt habe, mittlerweile bestätigt worden ist.“
Wiesendanger hofft, dass es „vor allem auch in Deutschland Konsequenzen geben wird – ähnlich wie in den USA, wo es inzwischen erste Anklagen wegen Vertuschung gibt. Ein enger Berater von Anthony Fauci, also dem Chef der ganzen Vertuschungsaktion, ist dort inzwischen wegen Vertuschung des Ursprungs angeklagt worden. Ich wünsche mir, dass jetzt auch in Deutschland genau eine solche Phase beginnt.“
NIUS konfrontierte Christian Drosten mit den in diesem Artikel erhobenen Vorwürfen. Eine Antwort blieb jedoch aus.
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Felix Perrefort
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