Mord an 17-Jährigem: Er könnte dein Sohn sein
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Er lebte in einem Heim, er starb auf einer Baustelle: ein 17-jähriger junger Mann, der von einer Gruppe Jugendlicher am Quai d’Alsace in Narbonne so schwer misshandelt wurde, dass er alleingelassen auf dem Gelände der Baustelle leblos liegenblieb.
Rettungskräfte fanden den Jugendlichen in einem kritischen Zustand: Er hatte zahlreiche Verletzungen im Gesicht, Hämatome sowie Blutungen an der Nase und am Mund. Er kam noch in verschiedene Krankenhäuser – hatte aber keine Chance mehr.
Fünf Verdächtige (einer hatte die Tat gefilmt und ins Netz gestellt) wurden festgenommen. Was wir über das Opfer wissen – der 17-Jährige lebte in einem Heim, in dem er durch die französische Jugendhilfe ASE untergebracht worden war.
Was war um Himmelswillen das Motiv für diese schreckliche Tat?
Was wir (bisher) nicht wissen: Wie heißt der junge Mann, der totgeprügelt wurde? Wer sind die Täter? Was – um Himmels willen – war das Motiv für diese Wahnsinnstat?
Auf dem Video (bei NIUS zu sehen) wird der hilflose Jugendliche zusammengeschlagen und danach regungslos am Boden zurückgelassen. Man sieht außerdem einen sichtlich amüsierten mutmaßlichen Mittäter mit dem blutigen Opfer.
Ich habe diese Kolumne mit der Zeile „Er könnte dein Sohn sein“ überschrieben. Verzeihen Sie, dass ich Sie duze. Als ich das Foto dieses uns unbekannten Opfers sah, dachte ich: Um Gottes willen – wie kann man so einem unschuldig aussehenden Kind so was unfassbar Brutales antun? Wie grausam müssen Menschen sein, die gemeinsam auf so einen jungen Menschen einschlagen, bis er sich nicht mehr regt? Und dann das alles noch filmen und ins Netz stellen?
Hoffentlich hatte er ein halbwegs anständiges Leben
Natürlich gibt es keine Antwort darauf. Die Polizei wird wichtige Spuren verfolgen. Wir werden erfahren, warum dieser 17-Jährige in einem Heim der Jugendhilfe lebte. Hoffentlich kommt heraus, dass er bis zu seinem schrecklichen Tod ein halbwegs anständiges Leben hatte.
Nun komme ich zur Überschrift dieser Kolumne. Da guckt dich, mich, jeden dieser Junge an. Und neben ihm, wie ein teuflischer Schattenriss – töten sie den, der uns so rührend anschaut.
Die Bilder haben keinen Zusammenhang, ich weiß. Zu dem Zeitpunkt wusste er nicht, was ihm geschehen würde.
Dieses Gesicht lässt mich aber nicht los, ich muss mich fast dafür entschuldigen. Der Junge guckt so freundlich, aber auch irgendwie hilfesuchend, finde ich. Wir hätten ihn doch beschützen müssen. Wir – die Eltern dieser Welt.
Er könnte dein Sohn sein.
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