Rudi Völler will Fußball ohne Politik: „Wir sind da, um eine Weltmeisterschaft zu spielen”
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In zwei Wochen startet die Fußballweltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada. Auf der Pressekonferenz in Herzogenaurach zum Auftakt des Trainingslagers standen am Mittwoch Bundestrainer Julian Nagelsmann und Sportdirektor Rudi Völler der Presse Rede und Antwort. Völler machte vorab schon deutlich, dass er seinem Trainer den Rücken stärken wird: „Wenn es Gegenwind gibt, bin ich ja auch noch da“.

Seit 2023 ist Rudi Völler Sportdirektor beim DFB
„Jetzt geht es wieder um Fußball“
Fragen nach politischen Statements wiegelte Völler sofort ab: „Wir sind da, um eine Weltmeisterschaft zu spielen. Das geht vor“.
Es ist eine klare Absage an politische Statements aller Art: „Es gibt viele Dinge in der Welt, die uns alle nicht gefallen. Ich hätte auch gerne ein bisschen mehr Frieden überall. Aber das wird jetzt nicht zu lösen sein bis zum Eröffnungsspiel“, so Völler. „Am Ende geht es auch nur um Fußball. Das sollte man schon trennen. Bei allen unangenehmen Begleiterscheinungen sollte man trotzdem versuchen, guten Fußball zu spielen und die Menschen zu begeistern.“
Bei der WM in Katar 2022 hatten sich die Nationalspieler beim Mannschaftsfoto vor dem Auftakt gegen Japan demonstrativ die Hände vor den Mund gehalten. Die politische Geste sorgte für Empörung und wurde von Kritikern in direkten Zusammenhang mit dem schlechten Abschneiden gestellt. Die Nationalmannschaft schied schon vor dem Achtelfinale aus.

Sportlich erlebte die deutsche Nationalelf bei der WM in Katar 2022 ein Debakel.
Sportdirektor Völler stellt klar: Diese WM soll kein zweites Katar werden. „Natürlich wird es das nicht mehr geben, dass unmittelbar vor einem Spiel irgendwelche Aktionen gestartet werden.“
Kurz nach seinem Antritt als Sportdirektor im Februar 2023 hatte Völler entschieden, die Regenbogen-Kapitänsbinde durch traditionelles Schwarz-Rot-Gold zu ersetzen. Gegenüber Sport-Bild sagte Völler damals: „Ich verstehe zwar, dass man ab und zu ein Zeichen setzen muss. Aber jetzt geht es wieder um Fußball.“
So auch 2026. Offiziell dürften die Spieler sich zu jedem Thema äußern, so Völler: „Bei uns gibt es keine Maulkörbe. Wenn das einer machen möchte, kann er das gerne im Vorfeld tun. Ist bis jetzt nicht passiert, sollte jetzt auch nicht mehr passieren.“
Auch Kapitän Kimmich meidet das Thema Politik
Bei seiner Pressekonferenz sagt Mannschaftskapitän Joshua Kimmich am heutigen Freitag zu diesem Thema:
„Natürlich sprechen wir intern auch darüber: Es ist schon so, dass man als Spieler eine gewisse Verantwortung hat, sich zu gewissen Themen zu äußern. Aber es ist natürlich auch so, dass man sich nicht bei jedem Thema perfekt auskennt und in jedem Thema Experte ist. Und da haben wir dann vermeintliche Experten, die sich dazu dann besser äußern können. Deswegen ist für uns wichtig, dass wir, je näher es zum Turnier geht, mehr über den Sport sprechen. Das ist auch das, wo wir am Ende gemessen werden.“

DFB-Kapitän Joshua Kimmich will die Politik aus diesem Turnier heraushalten.
Leistung statt Ideologie
Noch zwei Trainingsspiele gegen Finnland und die USA stehen auf dem Plan. Doch in Deutschland ist die Stimmung kurz vor dem WM-Start am 11. Juni noch gedämpft. Hier sei jetzt die Mannschaft gefordert, so Völler:
„Der sogenannte Teamspirit, die gute Stimmung, die wir ja auch gerne hätten jetzt vor so einer Weltmeisterschaft, die kommt natürlich nicht allein durch Quatscherei.“
Leistung statt Ideologie, das ist die Linie unter Sportdirektor Völler. Reicht das, um die WM-Begeisterung endlich zu entfachen? Ein offizielles Mannschaftsfoto mit dem aktuellen Kader gibt es übrigens noch nicht. Kommenden Dienstag fliegt die deutsche Mannschaft von Frankfurt in Richtung USA ab.
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Melanie Grün
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