„Poseidons Zorn“ – Herles' wütende Liebeserklärung ans Leben
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Es gibt Menschen, die kommen im Ruhestand zur Ruhe und dann gibt es Wolfgang Herles. 40 Jahre lang war er eines der bekanntesten Gesichter des ZDF, moderierte große Talkshows, war Studioleiter in Bonn und später eine der prägenden Stimmen im Kulturbetrieb. Heute, mit 76, denkt er nicht ans Aufhören – im Gegenteil. Gerade hat er einen neuen Roman geschrieben: „Poseidons Zorn“. Im Gespräch mit NIUS-Reporterin Helena Gebhard erklärt Herles, warum gerade ein Roman übers Älterwerden in die Zeit passt.
Sehen Sie hier das ganze Gespräch:
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Die Geschichte führt in die Ägäis: Eine Frau steht am Steuer eines Segelboots, vier Männer sind an Bord. Allesamt ihre früheren Liebhaber, von denen keiner vom anderen weiß. Sie hat sie zusammengeholt, um noch einmal etwas zu erleben, alte Geschichten zu Ende zu bringen, herauszufinden, was aus den Gefühlen und aus ihr selbst geworden ist. Doch auf engstem Raum verdichtet sich alles: alte Verletzungen, ungelöste Rechnungen, verpasste Chancen. Bis einer über Bord geht und niemand die Polizei ruft.
„Poseidons Zorn" ist ein Roman übers Älterwerden, über Altersdiskriminierung und den Kampf gegen das Vergehen der Zeit. Er erzählt von Männern, die einmal Piloten, Politiker, Fotografen waren: Alphatiere, die nicht akzeptieren wollen, dass sie Abschied nehmen müssen. Und von einer Frau, die dem Alter etwas entgegensetzt, indem sie Glücksmomente sammelt wie andere Menschen Erinnerungsstücke.
Im NIUS-Gespräch erzählt Herles, warum das Ego nicht altert, während der Körper es tut. Warum er den Tod hasst, ihn aber trotzdem nicht ernst nimmt, sondern verlacht. Warum im Scheitern oft der größte Gewinn liegt. Und weshalb sein Buch trotz aller Schwermut vor allem eins sein soll: ein Genussbuch, eine Aufforderung, bis zuletzt zu leben, statt sich mit dem Ende abzufinden.
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Helena Gebhard
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