Vor dem „humanitären“ Asylheim in Flecken-Zechlin wurde Leiche eines Ukrainers gefunden
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- Im brandenburgischen Dorf Flecken-Zechlin wurde ein ukrainischer Ex-Soldat, der wegen schwerer Kriegs-Traumata in die „schöne Umgebung“ nach Ostprignitz-Ruppin geschickt worden war, im Januar vermisst gemeldet. Vier Monate später fand eine Spaziergängerin seine stark verweste Leiche im nahen Wald.
- Die Behörden schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu, während Anwohner von einer „Freiluftpsychiatrie“ ohne Personal sprechen.
- In Flecken-Zechlin entstand gegen den Widerstand der Bevölkerung ein großes Asylbewerberheim, während Recherchen Verbindungen zwischen dubiosen Geschäftspartnern und dem SPD-Landrat zeigen. NIUS hatte exklusiv berichtet.
Flecken Zechlin mit rund 700 Einwohnern gilt als Inbegriff brandenburgischer Idylle: eingebettet zwischen Seen und Wäldern, einst Arbeitsort Theodor Fontanes und heute Anziehungspunkt für Erholungstouristen. Seit September 2025 dient das ehemalige DDR-Hotel „Seeblick“ in Flecken Zechlin jedoch als Übergangswohnheim für Asylbewerber und Flüchtlinge. Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin quartiert dort gezielt kriegstraumatisierte und behinderte Flüchtlinge ein – offiziell bis zu 150 Personen. Nun hat sich die befürchtete Tragödie ereignet: Anwohner fanden einen toten Flüchtling im Wald, der Ort zeigt sich verunsichert.
Wie NIUS von Anwohnern erfuhr und wie die Märkische Allgemeine berichtet, entdeckte eine Spaziergängerin am 1. Mai im Waldstück unweit des Heims eine männliche Leiche. Die Person sei bereits stark verwest gewesen. Die Polizei teilte daraufhin mit, es könnte sich um den seit dem 2. Januar vermissten Ukrainer Maksym handeln, einen ehemaligen Soldaten, der im Heim untergebracht war. Seine Mutter hatte eine Vermisstenanzeige erstattet. Eine oberflächliche Suche sei erfolgt, mehr aber nicht, so die Märkische Allgemeine.
Dabei sollen ukrainische Mitbewohner einem Nachbarn, der etwas Russisch spricht, schon früh erzählt haben: Der Mann liege im Wald. Er habe nicht mehr gesprochen, nicht gegessen, nicht getrunken. Eine intensive Suche mit Spürhunden hätte ihn wahrscheinlich binnen Stunden gefunden – nur 500 Meter vom Heim entfernt, so Einheimische. Dazu ist es aber nie gekommen. Am Mittwoch konnte die Identität des verwesten Körpers aus dem Waldstück bestätigt werden: Es handelt sich tatsächlich um Maksym, haben eine Obduktion und ein DNA-Test ergeben. Zur Todesursache des 26-Jährigen konnte der Sprecher am Mittwoch noch nichts sagen. Der ehemalige Soldat sei aber aufgrund seines Kriegseinsatzes psychisch erkrankt gewesen und habe zurückgezogen gelebt. Im Heim hat bereits eine Andacht für den Verstorbenen stattgefunden.

Rheinsberg am See: Im beliebten Naherholungsgebiet wurde eine Leiche im Wald gefunden.
Der Fund der Leiche ist vor dem Hintergrund schockierend, dass das Heim, in das in den vergangenen Monaten eine dreistellige Zahl an Flüchtlingen einzog, seit Beginn unbeliebt war – und unzureichende Strukturen aufwies. Demnach schildern Anwohner, dass eine professionelle Betreuung für kriegstraumatisierte, gefehlt habe und nach wie vor fehle. Vor Ort gebe es keine Psychologen, zeitweise nur einen einzigen Sozialarbeiter. Mitarbeiter des Landkreises schickten dem Bürgermeister anonym ein neunseitiges Schreiben, in dem sie willkürliche Versetzungen von Personen und eine intransparente Informationspolitik des Amts für Migration kritisieren. „Der Raum, um traumatisierte, geistig geschädigte Leute zu behandeln, ist einfach nicht da“, heißt es in Schilderungen aus dem Ort.
Schauen Sie das NIUS Original: Asylmafia Ostprignitz-Ruppin
Auch weitere Ukrainer berichten über Notlagen
Noch sind die Hintergründe von Maksyms Tod ungeklärt. Fest steht aber: Der Ukrainer sei nicht der Einzige, der das Heim verlassen hatte, weil es dort immer wieder zu Problemen kam. Ein anderer Ukrainer setzte sich auf einen Jagdstand im Wald, zeigte dem Besitzer seinen Soldatenausweis und erklärte, er wolle nicht zurück – aus Angst vor „schwarzafrikanischen“ Bewohnern. Der Jagdstand-Eigentümer rief den Bürgermeister und soll dem Mann zudem Ravioli gebracht haben.
Bereits am 1. März 2026 hatte jener Bürgermeister in einem Video von einem ukrainischen Frontsoldaten berichtet, der sich auf einem Jagdstand im Wald verschanzt hatte. Er habe das Asylheim nicht mehr ausgehalten, weil er sich seit dem Zuzug von Personengruppen aus Nigeria bedroht und unwohl gefühlt habe. Der Bürgermeister von Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin), Frank-Rudi Schwochow (BVB/Freie Wähler) informierte das Landratsamt – die Reaktion sei erschreckend ausgefallen: „Man kenne ihn nicht, man habe damit nichts zu tun. Die Stadt Rheinsberg sei doch dafür zuständig.“ Er kritisierte: „Für Ausländerfragen ist doch der Landkreis zuständig. Ich dachte, das Heim in Flecken Zechlin ist aufgrund von Humanität und Menschlichkeit erbaut und eröffnet worden durch den Landrat Reinhardt. Aber jetzt, wo es um konkrete menschliche Abgründe geht, wo es darum geht, einem Menschen zu helfen, da ist man nicht mehr zuständig.“
Landkreis sieht „unbelegte Behauptungen“, Vorfälle geben aber Kritikern Recht
Ein weiterer Ukrainer campierte zwei Tage an einer Bushaltestelle, mit eigenem Bettzeug. Die Mutter des Bürgermeisters soll dem Campierenden Tee und Äpfel gebracht haben. Die Polizei kam, nahm keine Personalien auf und stellte fest: Der Mann brauche keine Hilfe, wie Schwochow schilderte, welcher jüngst eine Geldbuße von 1.500 Euro zahlen musste, weil er im Rathaus Videos erstellt und auf der Facebook-Seite seiner Wählergruppe veröffentlicht hatte, was das Gericht als „Verstoß gegen die beamtenrechtliche Pflicht zur parteipolitischen Neutralität“ sah. In Rheinsberg gilt Schwochow als äußerst beliebt: Bei der Wahl holte er mit großem Vorsprung 65 Prozent der Stimmen – auch weil er sich konsequent gegen die Flüchtlingsunterkunft einsetzt.
Der Landkreis reagierte auf die Vorfälle defensiv. In einer Stellungnahme vom 5. Mai 2026 distanzierte sich die Behörde scharf von „unbelegten Behauptungen“ des Bürgermeisters Schwochow. Die Identität der Leiche sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht geklärt gewesen. Schwochow habe voreilig Zusammenhänge hergestellt und „Geschichten“ verbreitet, die nie der Polizei gemeldet worden seien. Als örtlich zuständige Ordnungsbehörde hätte die Stadt selbst handeln müssen. Der Landkreis warf Schwochow vor, Pflichten vernachlässigt und Gerüchte geschürt zu haben. Im Fall des Toten habe man zunächst sogar die Stadt verantwortlich gemacht – weil der Mann nach Verlassen des Heims „obdachlos“ gewesen sei.

Im Hotel „Seeblick“ werden etwa 150 Flüchtlinge betreut – darunter Traumatisierte aber auch Behinderte.
Asylindustrie im ländlichen Brandenburg
Der Fall markiert den traurigen Höhepunkt einer Entwicklung, die in Flecken Zechlin seit Langem brodelt. Trotz massiver Proteste von Anwohnern und der Stadt Rheinsberg hatte der Landkreis unter SPD-Landrat Ralf Reinhardt das seit 2012 leerstehende Hotel ohne Bürgerbeteiligung und ohne Rücksicht auf die begrenzte Infrastruktur in ein Asylheim umfunktioniert. Die Einwohner erfuhren davon lediglich aus der Zeitung. Kritik an der Belastung für die überwiegend ältere Bevölkerung, die ihre Ruhe wollte, wies der Landrat mit dem Hinweis zurück, die Menschen seien doch „an Tourismus gewöhnt“.
Hinter den Kulissen ging es nie nur um humanitäre Hilfe. Wenige Geschäftsleute mit fragwürdiger Vergangenheit verdienten am Flüchtlingsheim-Boom: Das Hotel wurde 2021 für 470.000 Euro gekauft, teuer an den Landkreis vermietet und 2023 mit mehr als fünffachem Wert weiterveräußert. Anwohner sehen in den wiederholten Fluchten und dem Tod des Ukrainers die Fortsetzung einer Vertuschung. Der Landkreis habe hier eine „Freiluftpsychiatrie“ ohne die nötigen Strukturen und Betreuung eröffnet.
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