„Du schreibst zum Beispiel auch mehr Hassmails bei Hitze“: Moderator Eckart von Hirschhausen drückt der WM seine Klima-Agenda auf
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Kaum findet die WM an einem heißen Austragungsort statt, sind die selbsternannten Klimaexperten nicht weit: TV-Mediziner Eckart von Hirschhausen zum Beispiel. Gestern saß der 58-Jährige auf dem Sofa des MagentaTV-Formats „Breakfast Club“ und sprach über die Auswirkungen der Hitze auf Spieler und Zuschauer bei der WM.
Lassen Sie mich durch, ich bin Arzt!
Dabei brachte Hirschhausen etliche Schlagworte und Sätze im Fußballkontext unter, die die Klima-Problematik betonen: „Es gibt Studien, die zeigen: Schon ab 28 Grad sinkt die Leistungsfähigkeit, und nicht nur im Körperlichen, im Rennen und den Muskeln, sondern auch so was wie Passgenauigkeit.“

Hirschhausen unterstützt mit seiner Stiftung Klimaprojekte.
Hirschhausen bemühte sogar den legendären Mittelfinger von Stefan Effenberg: Der zeigte bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA den Zuschauern die obszöne Geste – für Hirschhausen eine Hitzefolge, obwohl der Vorfall schon 32 Jahre zurückliegt. „Dass wir durchdrehen, wenn wir da 40, 45 Grad auf unser Hirn brutzeln haben, das ist ja klar.“ Hohe Temperaturen wirkten sich sogar auf die Kommunikation im Netz aus, so Hirschhausen: „Es gibt Statistiken, Du schreibst zum Beispiel auch mehr Hassmails bei Hitze. Du drehst durch.“ Während die Profis jedoch Kühlmethoden wie eine Kühlweste hätten, wären die Zuschauer der Hitze teils schutzlos ausgesetzt, so der TV-Arzt.
Hirschhausen ließ noch einfließen, dass er auf der Weltklimakonferenz (im 12 Flugstunden entfernten) Belém in Brasilien gewesen sei. Dann demonstrierte er eine kühlende Basecap und Pfefferminzöl, nicht, ohne seine Stiftung „Gesunde Menschen, gesunde Erde“ zu erwähnen, die Klimaprojekte betreibt. Auf deren Seite steht:
„Wir sind gemeinnützig, das heißt, wir sind hauptsächlich spendenfinanziert und bekommen institutionelle Förderungen. Die Startfinanzierung im Jahre 2019 kam von unserem Gründer Dr. Eckart von Hirschhausen. Einzelne Projekte werden auch durch Partner unterstützt. So wird unsere Arbeit im Bereich von Klimawandel und globaler Gesundheit von der Gates Stiftung gefördert.“
Und diese Stiftung fördert viele Projekte: Im September 2019 zum Beispiel investierte die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung 55 Millionen US-Dollar in Biontech. Das wird auf der Homepage des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt verkündet. Kurz darauf kam Corona. Und danach eine Impfkampagne, an der auch er beteiligt war: Eckart von Hirschhausen.

Drehte sechs Dokumentationen über Corona: Eckart von Hirschhausen.
Talkthema: Klima statt Kicken
Doch jetzt ist nicht Corona, sondern Weltmeisterschaft. Und die läuft nicht ohne erhobenen Zeigefinger ab: Im „Breakfast Club“ werden morgens um 7 Uhr die neuesten Fußball-Ereignisse noch einmal besprochen. Aber mit dem Studiogast Hirschhausen geht es plötzlich mehr ums Klima als ums Kicken: „Guten Fußball gibt’s nur auf einem gesunden Erdball“, so der Wissenschaftsautor.
Und Hirschhausen wird noch dramatischer: „Das ist mit Abstand die klimaschädlichste WM, die es jemals gegeben hat, mit diesen ganzen Flügen quer durchs Land und so weiter, und 14 von 16 Stadien sind hitzegefährdet.“
Für Kritiker war dieser Auftritt Anlass für eine Hassmail. Doch dafür ist es bei uns noch zu kalt.
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