Marler Rathaussanierung kostet statt 40 Millionen Euro mehr als 150 Millionen Euro: „Wir haben hier auch Pfusch am Bau”
Ein Beitrag von
Die Sanierung des Rathauses in Marl entwickelt sich für den Steuerzahler zu einer immer größeren Kostenfalle. Waren ursprünglich knapp 40 Millionen Euro für das Projekt angedacht, belaufen sich die Prognosen mittlerweile auf über 150 Millionen Euro – Geld, das die Stadt eigentlich nicht übrig hat. NIUS hat vor Ort ergründet, was zur Kostenexplosion geführt hat, und die Marler befragt, wie optimistisch sie sind, dass es nun endgültig bei der veranschlagten Summe bleibt.
Über ein Jahrzehnt träumt man in der Ruhrgebietsstadt Marl schon von einem neuen Rathaus. Doch von einem fertigen Gebäude ist man noch weit entfernt. Gebaut wird aktuell nicht, entsprechend groß ist der Frust der Marler selbst. Denn: Über die vergangenen Jahre kletterte der Preis für das Rathaus immer weiter nach oben.
Schauen Sie hier das gesamte Video:
Zunächst sollte die Sanierung 39 Millionen Euro kosten. Die Kalkulation scheint im heutigen Licht eher optimistisch vorgenommen worden zu sein. Eine neue Prognose belief sich nur drei Jahre später bereits auf 70 Millionen Euro. Im November 2021 wurden die Kosten wiederum neu berechnet, acht Millionen Euro Kosten kamen hinzu. Ein Jahr später: 87 Millionen Euro.
Bald droht womöglich die nächste Preisteigerung
In den Folgejahren ging es ähnlich weiter. Mittlerweile rechnet die Stadt damit, dass das Projekt im Herbst 2028 abgeschlossen ist und 151 Millionen Euro kosten wird. Es droht jedoch bereits die nächste Hiobsbotschaft. Durch Baumängel im alten Sitzungstrakt droht ein teurer Abriss des Gebäudes und ein noch teurerer Wiederaufbau nach Denkmalschutzvorschriften. Bis spätestens Ende April soll das von der Stadt in Auftrag gegebene Statik-Gutachten mehr Aufschluss über mögliche weitere Folgekosten geben.
Jahrelang wachte SPD-Bürgermeister Werner Arndt über das Projekt, bis er schließlich im vergangenen August abgewählt wurde. Nach der Bürgermeisterwahl im vergangenen Jahr wechselte CDU-Mann Thomas Terhorst aus der Opposition in die Verantwortung. Ein persönliches Gespräch mit NIUS konnte nicht stattfinden, stattdessen lieferte er seine Begründungen für die explodierenden Kosten schriftlich. Der Bürgermeister sagt:
„Gründe für höhere Posten sind unter anderem zurückzuführen auf Schadstofffunde, auf zunächst nicht geplante, aber notwendige statische Untersuchungen, neue Ausschreibungen aufgrund von Mängeln in der Bauausführung, Insolvenzen und Kündigungen von Firmen führen zu Verzögerungen und erneuten Ausschreibungen.“

Seit vergangenem Jahr ist CDU-Mann Thomas Terhorst für die Sanierung verantwortlich.
Außerdem zählten zu den Faktoren der Kostensteigerung die steigenden Anforderungen an Brandschutz und Energieeffizienz, globale Krisen und Lieferkettenprobleme sowie anhaltend hohe Bau- und Materialpreise, so der Bürgermeister.
Rathaus wurde „schöngerechnet“
Für den Fraktionsvorsitzenden der AfD in Marl, Markus-Julius Maximus Alinaghi, sind das jedoch nicht die einzigen Gründe, die zu der Verteuerung geführt hätten. Das Projekt sei aus seiner Sicht von Anfang an „schöngerechnet“ worden, um die Sanierung günstiger erscheinen zu lassen als einen Neubau. Außerdem habe man keinen Generalunternehmer beauftragt, sondern die Arbeiten in viele einzelne Gewerke aufgeteilt. Die Folge: Insolvenzen, Rechtsstreitigkeiten und somit weitere Verzögerungen und Verteuerungen des Baus.

Mittlerweile sind die Gerüste zum Teil wieder abgebaut, vorangegangen ist der Bau jedoch nicht.
Ein weiterer Faktor: „Pfusch am Bau“, wie der AfD-Politiker berichtet. Darunter fielen zum Beispiel fehlerhafte Bohrungen oder Estrich, der erst verlegt, später aber wieder herausgerissen wurde. Er und die AfD sind sich sicher: Ein Neubau wäre die bessere Option gewesen. Doch das wollte 2015 ein Großteil der Marler Bürger nicht – und viele hängen noch heute an dem Gebäude, das zu den Wahrzeichen der Stadt gehört.
Ob es bei dem aktuell angesetzten Budget und 2028 als angesetztem Fertigstellungsdatum bleibt, ist fraglich. Die Sanierung hat in den vergangenen Jahren immer wieder für Überraschungen gesorgt. Dass die Baumängel im Sitzungstrakt die letzte Hiobsbotschaft sein könnte, daran glauben auch viele Marler nicht mehr. Zu wünschen wäre es der Stadt trotzdem – denn die Kassen und die Geduld der Bürger sind am Ende.
Mehr NIUS:
So konstruiert die Islam-Organisation „CLAIM“ mit Millionen Steuergeld „antimuslimischen Rassismus“
Herrenknecht-Gründer droht Gemeinde mit Abzug
Sicherheitsdienst verweist Fans im Deutschland-Trikot vom Public Viewing
Nach Karin Priens Aussage „Lehrkräfte dürfen nicht neutral sein”: Schulbericht gibt politische Handlungsanweisung
Integrationslehrerin Deriabina: „50 Prozent der Migranten haben keine Motivation“
Erste islamische Fakultät Europas in Münster gegründet
Vor einer Woche wurde es fertig: Unbekannte beschmieren Ludwig-II.-Denkmal
Party-Patriotismus zur WM: „Deutschlandflaggen sind hier verboten“
Mehr NIUS:
Nach Karin Priens Aussage „Lehrkräfte dürfen nicht neutral sein”: Schulbericht gibt politische Handlungsanweisung
Integrationslehrerin Deriabina: „50 Prozent der Migranten haben keine Motivation“
Erste islamische Fakultät Europas in Münster gegründet
Vor einer Woche wurde es fertig: Unbekannte beschmieren Ludwig-II.-Denkmal
Party-Patriotismus zur WM: „Deutschlandflaggen sind hier verboten“
Land Bayern plant Queer-Aufklärung mit Dschihad-Fans
Warum in Chemnitz so viel Crystal Meth im Abwasser ist
Der Heroin-Chic ist zurück: Warum der Diversity-Wahn nichts am Schönheitsideal geändert hat
Eric Steinberg
Artikel teilen
Kommentare