Windräder überragen Hermannsdenkmal um 200 Meter: Die Windrad-Schlacht im Teutoburger Wald
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Im ostwestfälischen Detmold wird der Ausbau der Windenergie in deutschen Wäldern weiter vorangetrieben. Auf dem Höhenzug Gauseköte plant der Betreiber Westfalenwind sieben neue Anlagen, die allesamt 250 Meter hoch sein werden. Hoch genug, um sogar das nahegelegene Hermannsdenkmal zu übertrumpfen. Doch nicht nur der Angriff auf eines der bedeutendsten Nationaldenkmäler nährt den Widerstand gegen das Vorhaben – auch die Umweltzerstörung stößt vielen Ostwestfalen sauer auf. NIUS war vor Ort und hat mit Gegnern des Vorhabens gesprochen.
Als sich ein Verband aus germanischen Stämmen unter der Führung des Cheruskerfürsten Arminius im Jahr 9 n. Chr. zusammenschließt, um gemeinsam gegen die Legionen des römischen Statthalters Varus zu kämpfen, ist die Natur des Teutoburger Waldes noch unberührt. Im Dickicht des Waldes lassen Arminius und seine Schar den Römern keine Chance.
15 Kilometer sind die Anlagen sichtbar
Über 2000 Jahre später muss sich der Cherusker, zumindest in Form seines Denkmals, wieder gegen äußere Feinde behaupten: In fünf Kilometern Entfernung, auf der Detmolder Gauseköte, sollen die Windkraft-Anlagen noch in diesem Sommer entstehen. Aus bis zu 15 Kilometern wären die Räder jeweils sichtbar.
Obwohl der Bau der Zufahrtswege bereits begonnen hat, regt sich bei vielen Bürgern weiter Widerstand. Erst am vergangenen Samstag demonstrierte die AfD in Detmold gegen den geplanten Ausbau. Der Partei geht es neben der Angst vor einer möglichen „Verzwergung“ des Denkmals auch um Aspekte des Umweltschutzes.
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Viktor Hübner, Vorsitzender der AfD-Fraktion in Detmold, sagt gegenüber NIUS: „Wir wehren uns gegen die Zerstörung unseres Waldes und unserer Landschaft.“ Laut Hübner sei das Vorhaben nicht nur unwirtschaftlich, sondern gefährde auch seltene Tier- und Pflanzenarten. Was ihm zusätzliche Sorgen bereitet: Das Hermannsdenkmal sei eines der wichtigsten Nationaldenkmäler. „Das muss nicht sein“, findet er.
Es wird geklagt, aber weitergebaut
Wenn es nach der Raumplanung der Bezirksregierung Detmold ginge, hätten auf der Gauseköte aus Naturschutzgründen eigentlich gar keine Anlagen gebaut werden dürfen. Der Plan trat jedoch erst in Kraft, als der Bauantrag schon eingereicht war. Und weil der Betreiber Westfalenwind ansonsten Schadensersatz in zweistelliger Millionenhöhe gefordert hätte, genehmigte die Stadt das Vorhaben. Geklagt wird vom BUND nun trotzdem gegen die Entscheidung. Aufschiebende Wirkung hat der Prozess allerdings nicht.

Wehrt sich gegen den geplanten Windrad-Ausbau in ihrer ostwestfälischen Heimat: die ehemalige Pfarrerin Dorothee Friebel.
Ein Grund, warum Dorothee Friebel aus dem benachbarten Schlangen sich noch immer gegen die Anlagen wehrt. Sie, die in ihrem Heimatort bereits in einem Kilometer Abstand zu Windrad-Anlagen wohnt, engagierte sich bereits in einer Bürgerinitiative gegen das Bauvorhaben. Im Gespräch berichtet sie, dass viele ihrer ehemaligen Mitstreiter den Kampf bereits aufgegeben hätten und lediglich noch um das bald zerstörte Waldgebiet trauern. Friebel aber macht weiter: Sie kritisiert vor allem, dass mit dem Bau ein beliebtes Naherholungsgebiet seinen Wert verliert.
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