Jeder Bürger spürt es: Diesem Kanzler wird nichts mehr gelingen.
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Jeder Bürger sieht und spürt es: Bundeskanzler Friedrich Merz ist ans Ende aller politischen Kraft gelangt. Seine Zustimmungswerte (Ablehnungswerte wäre das treffendere Wort) sind geradezu apokalyptisch. Gewaltige Mehrheiten im Land halten Merz’ Arbeit nicht nur für katastrophal schlecht, sie verlieren durch seine unberechenbare, irrlichternde und rundum unzuverlässige Amtsführung genau jene Zuversicht, die Merz nach eigener Aussage eigentlich ausstrahlen will. Merz selbst ist zum gewichtigsten Grund geworden, nicht mehr an ein Comeback der deutschen Volkswirtschaft glauben zu können.
Der Grund dafür heißt nicht Klingbeil, nicht SPD, nicht Iran- oder Ukraine-Krieg, nicht Bas oder Reformstau. Der Grund dafür heißt: Friedrich Merz. Nach einem Jahr im Amt stellen sich Millionen Deutsche die Frage, wie zurechnungsfähig ihr Bundeskanzler ist. Seine Fähigkeit, ungewollt, unüberlegt und unkontrollierbar Schaden anzurichten, scheint grenzenlos.
Seine gefährlichste Selbstüberschätzung wütet ausgerechnet in dem Bereich, der für einen Bundeskanzler am wichtigsten ist, in der Kommunikation. Friedrich Merz fehlt vollends die Kontrolle über seine Gedanken und seine Worte, aber er hält sich erkennbar für einen, der schon weiß, wie man mit den Leuten da draußen spricht. Man merkt seinen Auftritten und Sätzen seine totale Beratungsresistenz förmlich an. Erkennbar gelingt es niemandem in seinem engsten Umfeld, Friedrich Merz auf seine Defizite anzusprechen und einzustellen. Wie sollte Merz so etwas wie Kontrolle über die Geschicke des Landes entwickeln, wenn er nicht einmal Kontrolle über seine eigenen Worte hat?

Merz am Freitag beim Katholikentag in Würzburg. Er denkt, er kann gut mit den Bürgern und stößt regelmäßig der halben Nation vor den Kopf.
Auf bestem Wege zum Biden-Fremdschäm-Faktor
Merz gelingt es kaum, mal unfallfrei auf einer Bühne vor Teenagern zu sitzen, ohne massiven Schaden anzurichten. Entweder beleidigt er Millionen Brasilianer, Amerikaner oder, vor wenigen Tagen beim Katholischen Kirchentag, Millionen Deutsche im Ehrenamt, denen er abspricht, so gesellschaftlich wichtig zu sein wie die Parteien, die das Land an den wirtschaftlichen Abgrund geführt haben. Man muss diese Szene gesehen haben, wie verächtlich Merz seine Worte über ehrenamtliche Sporttrainer oder Umweltschützer geradezu ausspuckt, „nur mit punktuellem Engagement, so ehrenwert das alles ist, Musik, Sport, alles gut“, um das ganze Ausmaß seines debakelhaften Scheiterns zu erahnen. Kein Mensch in irgendeinem Amt käme auf die Idee, derart herablassend mit den Bürgern zu sprechen. Kein Mensch, außer Friedrich Merz.
Friedrich Merz ist auf dem besten Weg, mit seinen Auftritten den betretenen, zunehmend mitleidigen Fremdschäm-Faktor eines Joe Biden zu erreichen. Don’t worry, Friedrich is fine.
Einst hieß es, Spontaneität wäre die größte Stärke des Friedrich Merz. Diese Einschätzung stammt noch aus der längst untergegangenen Zeit, in der man Merz für zuverlässig und einen Mann seines Wortes halten konnte. Heute weiß jeder, dass der „ehrliche“ und „authentische“ Merz bloß ein Maulheld ist, dessen Worte nicht nur viel zu oft Schaden anrichten, sondern auch noch vollkommen bedeutungslos sind. Das ehrlich-emotionale Wort kann große politische Kraft entfalten, wenn darauf mutige Taten folgen, wenn es einem tatsächlichen politischen Zweck, einer Mission dienen soll. Aber bei Friedrich Merz ist die selbstherrliche, herablassende, oft vollkommen realitätsfremde Großspurigkeit zum Selbstzweck geworden.
Ihm fehlt der Mut, das zu sein, was er behauptet hat
Der Bundeskanzler ist zum Narzissten der Nation geworden, der Zuflucht vor seinem politischen Scheitern in der totalen Selbstgefälligkeit sucht. Wenn schon niemand im Land Friedrich Merz gut findet, dann findet immerhin noch Friedrich Merz Friedrich Merz gut. Wann immer er von sich selbst besonders begeistert und ergriffen ist, bricht seinen engsten Vertrauten und den Schwergewichten seiner Partei der kalte Angstschweiß aus. Rasant gelangt das Land zu der Erkenntnis, dass Friedrich Merz wohl nie der routiniert-souveräne Manager war, als der er sich ausgegeben hat. Merz hat immer nur Merz gemanagt, Merz ging es immer nur um Merz, seine Unfähigkeit, verschiedene Menschengruppen in Führung zu vereinen, überwältigt die Abwehrkräfte des Landes: Dem Strudel des Niedergangs, den Merz auslöst, kann sich kaum noch jemand entziehen. Merz ist so unstet und unberechenbar, dass das Land vom Sinkflug in unkontrolliertes Trudeln übergeht.

Merz vergangene Woche bei der Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen 2026. Seine aktuellen Zustimmungswerte sind eher Ablehnungswerte, kaum ein Bürger traut ihm noch die große Wende zu.
Friedrich Merz hat sich stets als Retter gesehen, Retter des Landes, Retter seiner Partei. Man muss ihm lassen, dass er die Körpergröße, die Wortgewalt, die intellektuelle Schärfe, die ordnungspolitische Klarsichtigkeit hatte, um den Retter überzeugend zu verkörpern. Aber all das war eine Täuschung. Friedrich Merz fehlt vollends der Mut, das zu sein, was er vorgegeben hat. Merz ist auch im Amt der begnadete Selbstversorger, der er immer war. Er hat sich selbst an die Spitze geführt, aber der Preis, den er dafür seinem Land und seiner Partei aufbürdet, ist der unaufhaltsame Niedergang.
Die Macht eines Bundeskanzlers beruht nicht auf Mehrheiten und Amtsinsignien allein. Sie beruht auch auf dem Glauben in Land und Partei, dass dem Kanzler Großes gelingen kann, dass er Herr seiner Worte und Gedanken, gelassen und führungsstark unter Druck, zuverlässig und kompromisslos ist, wenn es um seine tiefen Überzeugungen geht. Aber niemand weiß noch, was die Überzeugungen des Friedrich Merz sein sollen. In jedem Moment kann er alles und wieder das Gegenteil sagen. Oft ist nicht einmal mehr klar, ob er merkt, was er da sagt.
Friedrich Merz ist das wandelnde Gegenteil von der Stabilität in der Mitte Europas, die er stets beschwört. Jeder Mensch im Land kann sehen: Diesem Bundeskanzler wird nichts mehr gelingen.
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