„Prien-Stasi“: Klaus-Rüdiger Mai warnt vor staatlicher Kontrolle der Eltern
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Bei NIUS Live am Abend hat Schriftsteller und Autor Klaus-Rüdiger Mai vor den neuen Handy-Plänen von Bundesfamilienministerin Karin Prien gewarnt. Hintergrund sind am Mittwoch vorgestellte Empfehlungen einer Expertenkommission zur Handynutzung von Kindern und Jugendlichen. Mai sagte bei NIUS Live am Abend: Wenn der Staat die Medienerziehung in Familien kontrollieren wolle, wisse er schon, „wie die Behörde heißt. Das ist dann PS, nämlich Prien-Stasi“.
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Streit um Eingriffe in die Familie
Moderator Andreas Dorfmann sprach von einem „dirigistischen Ansatz“ und fragte, mit welchem Recht der Staat in die Erziehung eingreifen wolle. Die Kommission empfiehlt strengere Regeln für Kinder und Jugendliche im Umgang mit sozialen Medien. Kinder sollen frühestens ab 13 Jahren eigenständig soziale Medien nutzen dürfen. Zugleich steht eine familienrechtliche Rahmung der elterlichen Medienerziehung im Raum.
Klaus-Rüdiger Mai kritisierte diesen Ansatz. Er sagte, das Grundgesetz gehe vom Schutz der Familie aus und davon, dass Eltern Verantwortung und das Recht zur Erziehung hätten. Der Staat laufe Gefahr, sich an die Stelle der Eltern zu setzen. Mai sprach über mögliche „informelle Mitarbeiter von Prien-Stasi“, wenn Eltern künftig wegen der Handynutzung ihrer Kinder gemeldet würden.
Held sieht Anbieter in der Pflicht
Marcus Held, Jurist und ehemaliger Bundestagsabgeordneter, widersprach einem staatlichen Durchgriff auf Eltern ebenfalls deutlich. Er sagte, es sei „DDR 2.0“, wenn der Staat so weit gehe, „dass tatsächlich richtige Maßnahmen gegen Eltern ergriffen werden können“. Am Ende müssten Familie und Eltern entscheiden.
Held sah die eigentliche Verantwortung nicht bei den Eltern, sondern bei den Plattformen. Wenn der Staat tätig werden wolle, müsse er Anbieter wie TikTok oder Meta regulieren. Er kritisierte, Ärzte und Psychologen in eine Art Kontrollstruktur einzubinden, als „Riesenunverschämtheit“. Die Politik gehe damit „völlig am Ziel vorbei“ und diene einer ideologischen Zielsetzung.
Medienerziehung statt Überwachung
Mai ergänzte, Kinder müssten lernen, mit digitalen Medien umzugehen. Dafür brauche es Medienerziehung in der Schule und Unterstützung für Eltern, aber keine Überwachung der Bevölkerung. Er warnte davor, Deutschland so zu behandeln, als könne man die digitale Welt für Kinder vollständig umbauen. Entscheidend sei Erziehung, nicht die staatliche „Erziehung der Welt“.
Auch Held plädierte für Vernunft und praktische Verantwortung. Er sagte, Kinder müssten vor Abhängigkeiten und schädlichen Mechanismen sozialer Medien geschützt werden. Doch ein pauschaler staatlicher Zugriff auf Familien schütte „das Kind mit dem Bade“ aus. Die Hoheit der Erziehung müsse bei den Eltern bleiben.
Sehen Sie die Sendung NIUS LIVE am Abend vom 24. Juni 2026 jetzt hier:
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