Fetisch, Hundemasken und „Furries” beim Münchner CSD
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Am Wochenende konnte man in München ein spannendes, sich wiederholendes Schauspiel beobachten: Immer wieder blieben vorbeiradelnde Eltern am Odeonsplatz stehen (auf der dort beginnenden Prachtmeile Leopoldstraße wurde schon fleißig aufgebaut) und erklärten ihren Kindern die riesigen Plakatwände, die dort prangten. Im Hintergrund zu sehen: die Feldherrnhalle, die Theatinerkirche, die schwarzgelbe München-Flagge – und eine Regenbogenfahne.
Es war CSD in der Stadt. Der Pride-Month feuert noch einmal aus allen Rohren. Trambahnen, Supermärkte, Online-Versand in Regenbogenfahnen, das hatten alle durchgewunken, aber dieses Plakat, das war dann doch einigen zu viel: „Unsere Vielfalt. Unsere Stärke.“, lautet das Motto in diesem Jahr. Eine Kraft- und Machtdemonstration? Oder nur ein entschlossener Slogan?

(Quelle: www.csdmuenchen.de)
Auf der Homepage heißt es (original): „Der CSD und die dahinter stehenden CSD-Vereine wählten aus mehr als 30 eingereichten Mottos vier finale Vorschläge aus. Ein Workshop, bestehend aus Vertreter*innen der queeren Münchner Community, hat beraten, diskutiert und im vergangenen Februar das finale Motto für 2026 gewählt. Ergänzt wird es schließlich visuell durch eine wundervolle Gruppe von Menschen aus der Münchner Community, die mit ihrer stolzen Sichtbarkeit der Welt auf Plakat und PrideGuide-Cover zeigen, wie Vielfalt und Stärke aussehen, wenn wir zusammenstehen und miteinander leben und kämpfen.“

Ein Meer aus Transflaggen.
Kopfschütteln über diese Kampfansage
Als Mutter empfinde ich das Plakat als leicht bedrohlich: Nicht nur wirkt die Formation aus Drags und knienden Maskenwesen so, als sei sie zum Angriff bereit, es ist auch nicht ein Mensch darauf, der aussieht wie all die schwulen Männer in meinem Freundeskreis. Die finden ohnehin: „CSD? Ohne uns! Das ist eine rein politische Veranstaltung für Leute aus der Provinz, die hier mal richtig aufdrehen.“

Wie der Hund wohl zum Thema steht?
Aufdrehen scheint an diesem brachial heißen Wochenende jedenfalls möglich zu sein. Nicht nur hört man von interessanten Szenen im angrenzenden Englischen Garten, wohin sich einige Liebesspiele bei 38 Grad verlagert haben sollen. Es gibt auch eine Fetisch-Area mit Talks und Spielen, groß auf einem Plakat beworben. Und beim Betrachten dieses Tagesablaufs kommen dann vermutlich viele Eltern mit dem Erklären ins Straucheln: Der „Bavarian Mister Fetish“ wird gekürt. Was um 19:00 Uhr bei der Spielshow „Sabines Glory Hole“ passiert, will man gar nicht so genau wissen, weil ja um 19:45 Uhr schon über „Bondage – aber sicher“ getalkt wird. Der Talk über „Petplay“, also das Imitieren von Haustieren (eine Unterkategorie nennt sich „Puppy Play“) heißt „Sitz! Platz! Pride!“. Ein Vortrag übers Cruisen (flüchtige, anonyme Sexualkontakte an öffentlichen Orten) und eine dreistündige Zitterperformance (ja, Sie haben richtig gelesen), flankieren das Event.

Früher war Fetisch noch Privatsache.
Viele Schwule machen einen Bogen um den CSD
Eltern, die schon immer mit Homosexuellen befreundet sind, bekommen bei Teilen dieser Veranstaltung das Gruseln. Immer schriller, immer extremer, immer provokativer kommt der Aktivismus daher. Und immer stärker werden Kinder und Jugendliche damit konfrontiert.
Mehr als 230 000 Menschen sollen beim diesjährigen Münchner CSD mitgemacht haben. Das sind weniger als im Vorjahr, aber immer noch sehr viele. Vielleicht hat die Politparade noch immer eine solche Strahlkraft, weil jetzt mit Dominik Krause ein schwuler (grüner) Bürgaymeister regiert, der seinen Verlobten zur Eröffnung küsst? Sogar Stars wie Bill Kaulitz ließen sich das Spektakel nicht entgehen. Nicht nur für ihn war vermutlich erhöhte Security vonnöten:
Der Veranstalter, die CSD München Veranstaltungs GmbH, beklagt explodierende Sicherheitskosten. Der Grund seien laut der städtischen „Koordinierungsstelle zur Gleichstellung von LGBTIQ*“ viel höhere Sicherheitsanforderungen. Es sei „leider wieder eine Zunahme von Ausgrenzung, Benachteiligung und Gewalt gegenüber der LGBTIQ*-Community“ festzustellen, so zitiert der Münchner Merkur die Stelle. Wenn aber, unter anderem mit meinen Steuern, eine solche Vielfaltsparade finanziert wird, dann würde ich meinen Nachwuchs gerne vor allzu verstörenden Bildern schützen.

Auch Drag Queens waren dabei.
Feiert, aber nehmt Rücksicht auf die Kinder!
Nicht nur ist ein kleines Mädchen (in Regenbogengummistiefeln) mit seiner mutmaßlichen Mutter auf dem CSD-Plakat zu sehen (genau weiß man’s halt nicht): Es stehen auch tausende Minderjährige am Straßenrand. Und nicht selten sieht man Furrys (also in Fell gekleidete Menschen) oder kniende, an Hundeleinen geführte Männer in Latex an Grundschülern vorbeiziehen. Ich frage mich: Wieso ist das Liebesleben der einen eine Ideologiedusche für die anderen?
Ja, es ist 2026, und niemand soll sich verstecken müssen. Aber muss es so extrem sein? Akzeptanz kommt vom gemeinsamen Feiern und vom Austausch – und nicht mit dem Holzhammer oder mit der Lederpeitsche.
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