Warum ich als Frau den Männer-Hass von Campact verabscheue
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Ich stehe an einer U-Bahn-Station in Berlin und sehe dieses Werbeplakat: großflächig, grell in Pink und Gelb. Diese Worte stehen darauf:
„Mein Mann – der Täter
Mein Vater – der Täter
Mein Onkel – der Täter
Mein Nachbar – der Täter
Mein Freund – der Täter“
Im unteren Bereich der Werbetafel lese ich dann, dass es sich um eine Kampagne von Campact handelt, die auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen möchte und dazu auffordert, sich ihr anzuschließen.

Auch nach Einfahrt der U-Bahn beschäftigt mich das Plakat weiter. Die Wortwahl und Inszenierung machen mich wütend. Wie bitte können alle Männer in meinem Umfeld unter Generalverdacht gestellt, beschuldigt und direkt als Täter bezeichnet werden? Ein Begriff, der hier mit so einer Leichtigkeit verwendet wird, dass ich einfach nur mit dem Kopf schütteln kann. Mit welchem Recht werden hier männliche Bekannte und Verwandte so in den Schmutz gezogen – nur weil sie Männer sind?

Collien Fernandes übergab öffentlichkeitswirksam vor dem Bundestag eine zugehörige Petition an die Grünen und Linken. Im Hintergrund ist das Geschmacklos-Plakat.
Wie müssen sich Mütter fühlen, die einen Jungen zur Welt bringen?
Die Frage, die sich mir stellt, während ich das Treiben in der Berliner U-Bahn beobachte: Wie müssen sich Mütter fühlen, die einen Jungen gebären? Sollen diese zukünftig in Tränen ausbrechen: „Oh nein, ich habe einen Täter zur Welt gebracht.“ Ist es das, was ihr erreichen wollt? Mit diesem Plakat wird zum Hass gegen Männer aufgerufen. Das ist Hetze!

Auch Grünen-Politikerin Ricarda Lang (links) trägt die geschmacklose Plakataktion mit.
Auch fragwürdig: Noch vor wenigen Tagen wurde eine NIUS-Werbekampagne auf das Übelste von Campact beschimpft. Sogar die BVG-Busse mit der NIUS-Botschaft „Morgens um 6 schon wissen, was einem abends um 8 verschwiegen wird“ wurden von Campact attackiert, indem sie mit kleinen LED-Transportern neben den BVG-Bussen hielten. Sie blockierten damit den Straßenverkehr und riskierten kritische Situationen im Berliner Stadtverkehr.
Campact grenzt aktiv aus
Die NIUS-Kampagne wurde in den Berliner U-Bahnen von Campact-Followern überklebt und die Sachbeschädigung stolz via Social Media dokumentiert. Letztlich beendete die BVG die Kampagne. All diese feindseligen Attacken, weil NIUS angeblich hetzerisch, rechts und menschenverachtend wäre.
Stellt man diese Kampagnen einmal gegenüber, sehe ich auf der NIUS-Seite einen witzig-provokanten Werbespruch, der niemanden ausgrenzt oder gar menschenverachtend ist, und auf der Seite von Campact hingegen eine abartige, verachtende und grausame Kampagne gegen alle Männer.

So verbreitet Campact seine Kampagne auf LinkedIn
Die Kampagne wurde von Campact zudem voller Stolz mit den Worten „@Merz wann echter Schutz vor männlicher Gewalt?“ auf LinkedIn geteilt. Und wenn der Post nicht schon schlimm genug ist, so finde ich den Zuspruch noch um einiges schlimmer: Menschen aus Führungspositionen – ja sogar Head-of-HRler – liken diesen Beitrag. Ärzten, Recruitern und Coaches für Führungskräfte gefällt diese Kampagne.
„Bei der Gruppenvergewaltigung in Neukölln habe ich nichts von Campact gehört“
Für mich ein bisschen beruhigend ist dann ein leicht ironischer Kommentar mit den Worten: „Sehr guter Ansatz. Um den Fall Fernandes/Ulmen habt Ihr Euch ja ausgiebig gekümmert. Bei der Gruppenvergewaltigung in Neukölln vor einigen Monaten habe ich nichts von Campact gehört. Das ist erschreckend und zeigt eine gewisse Doppelmoral.“ Danke. Das zeigt mir, dass nicht nur ich dieses Plakat kritisch sehe und hier durchaus Redebedarf besteht.

Eine Antwort von Campact stand Tage später noch aus.
Einen Tag später dann direkt wieder die volle Konfrontation: Auf LinkedIn sehe ich einen Beitrag von Campact, in dem das hetzerische Plakat vor dem Bundestag platziert ist. In einem Video ist zu sehen, wie Collien Fernandes das Plakat nach und nach enthüllt, indem sie das zuvor überklebte Wort „Täter“ freilegt. Sie stellt mit dieser Aktion ganz bewusst Väter, Nachbarn, (Ehe-)Männer und männliche Freunde als Täter dar.
Der Beitrag wird von der Campact-Vorständin Dr. Astrid Deilmann geteilt, die auch die vergangene NIUS-Kampagne erwähnt:
„Umso befremdlicher fand ich die Kampagnen, die in den vergangenen Monaten von Hetzplattformen wie ‚Nius‘ und anderen gegen unsere Petition und ihre Unterstützer*innen gefahren wurde. Während hunderttausende Menschen mehr Schutz vor sexualisierter Gewalt fordern, haben die Rechtspopulisten mal wieder versucht, Betroffene und ihre Verbündeten als ‚woke Kulturkämpfer‘ zu diskreditieren.“
Männer gehören nicht unter Generalverdacht
Liebe Frau Deilmann, wir bei NIUS denken durchaus, dass es mehr Schutz vor Gewalt – gegenüber allen Geschlechtern – geben sollte. Allerdings unterscheiden wir uns in den Maßnahmen. Während Campact mit Collien Fernandes alle Männer unter Generalverdacht stellt und als Täter bezeichnet, vertrauen wir unserem Rechtssystem, welches faktenbezogen unter Beweislegung zu einem Täter-Urteil kommt. Zudem teilen wir die Debatte um die Frage, ob die Zunahme von Gewaltdelikten im unmittelbaren Zusammenhang mit der geführten Migrationspolitik steht.
Ich bin einfach nur fassungslos, wie leichtfertig mit dem Begriff Täter umgegangen wird und wie einfach es ist, auf so widerwärtige Weise eine Kampagne gegen Männer zu schießen. Liebe Männer, es tut mir so leid und ich wünsche mir, dass ihr euch so einen unverschämten Unsinn nicht zu Herzen nehmt.
Mein Mann – toller Mann
Mein Vater – bester Vater
Mein Onkel – großartiger Onkel
Mein Nachbar – super Nachbar
Mein Freund – fantastischer Freund
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