Tagelanges Streusalz-Verbot in Berlin: „Absolute Frechheit, dass so mit Menschenleben umgegangen wird“
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Glatteis, Minusgrade – und ein Verbot, das viele Berliner fassungslos macht: Bis Freitagnachmittag durfte auf Gehwegen kein Tausalz gestreut werden, erst dann lockerte der Berliner Senat die Regeln. NIUS hörte sich auf den Straßen der Hauptstadt um.
Glatteis und klirrende Kälte machen den Berlinern zu schaffen. Bis zum Freitagnachmittag war es in der deutschen Hauptstadt verboten, Tausalz auf die Gehwege zu streuen. Jetzt hat der Berliner Senat das Verbot gelockert. Doch der Schaden ist angerichtet: Das DRK-Klinikum in Köpenick spricht von 150 Patienten, die seit Montag wegen Glättefällen dort behandelt wurden. Im Unfallkrankenhaus Berlin wurden allein am Donnerstag 100 Menschen wegen Stürzen eingeliefert. Nach Angaben von Apollo News soll ein Patient eine Querschnittslähmung erlitten haben.
„Unfassbar für eine Hauptstadt“
NIUS hat sich in Berlin umgehört. Schauen Sie hier, was die Menschen in den vergangenen Tagen auf den Straßen erlebten und ob sie Tausalz befürworten:
Ein Mann aus Hamburg bezeichnet das bis Freitagnachmittag geltende Streusalz-Verbot in Berlin als „eine absolute Frechheit“. Es gehe um Menschenleben, sagt er. In der Hansestadt hingegen sei es Usus, dass bei starkem Glatteis Salz zum Einsatz kommen darf.

Dieser Mann aus Hamburg empfindet das lange Streusalz-Verbot in der Hauptstadt als „eine absolute Frechheit“.
„Ich habe drei Leute gesehen, die gestürzt sind“, berichtet ein anderer Mann gegenüber NIUS. Er erzählt von einem bedauerlichen Vorfall: Ein Freund von ihm wollte in den Urlaub fahren, rutschte allerdings auf dem Gehweg aus und befindet sich jetzt nicht in den Ferien, sondern im Krankenhaus. „Unfassbar für eine Hauptstadt, muss ich sagen. Wenn Bäume und Natur wichtiger sind als Menschenleben“, sagt er.
„Wir kommen so doch ganz gut durch“
Einige der Befragten finden ein Streusalz-Verbot gut, da es umweltschädlich ist und ins Grundwasser gelangen kann. „Es reicht aus, wenn jeder streuen würde. Einfach mal darauf achten, dass jeder seine Bürgerpflicht wahrnimmt und vor seinem Gebäude streut oder räumt. Das schaffen sogar meine uralten Eltern über 80 noch zu organisieren“, sagt eine Frau.
Ein anderer Mann findet: „Wir kommen so doch ganz gut durch.“ Streusalz solle nur dort zum Einsatz kommen, wo es unbedingt notwendig sei. Seine Begründung: Umweltschutz.
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Emanuela Sutter
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