Infineon doppelt so wertvoll wie die Deutsche Bank
Ein Beitrag von
Was für eine Performance! Infineon ist der größte Halbleiterhersteller Europas – und inzwischen an der Börse fast doppelt so viel wert wie die Deutsche Bank. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung spricht CEO Jochen Hanebeck über seinen Erfolgskurs – und woran es in Deutschland mangelt.
NIUS dokumentiert wichtige Aussagen.
Über Investitionen in Dresden
„Für Infineon ist diese Investition (fünf Milliarden Euro, die Red.), die größte unserer Unternehmensgeschichte, sehr sinnvoll. Es ist perfektes Timing. Es zeigt auch, dass man in unserer Industrie den langfristigen Trends folgen muss. Dekarbonisierung und Digitalisierung führen dazu, dass überall unsere Chips gebraucht werden, für dieses Wachstum wollen wir gerüstet sein. Die aktuelle Kritik am Standort Deutschland ist schon berechtigt. Bei Faktoren wie Lohnnebenkosten, Steuern und Bürokratie muss definitiv etwas passieren. Aber Deutschland wird nicht allein mit einer Verbesserung der Rahmenbedingungen in Zukunft erfolgreich sein. Wir müssen gezielt auf Zukunftsindustrien wie Mikroelektronik setzen. Wirtschaft ist auch Psychologie. Wir brauchen Mut in der Politik, um die schwierige Transformation anzugehen. Und wir brauchen auch Mut, bei den Unternehmen zu investieren. Die Kunst in der Halbleiterindustrie ist es, Projekte umzusetzen, die man in einer Boomphase braucht, die man aber auch in einem Abschwung durchhalten kann.“
Was für Deutschland und Dresden gesprochen hat
„Es gibt mehrere Gründe: Wir sind bereits in Dresden und können dort Skaleneffekte nutzen. Es gibt in Dresden ein großes Ökosystem für Halbleiter, mit vielen Stärken, darunter auch die Kompetenz unserer Mitarbeitenden. Und es gab natürlich eine staatliche Förderung (insgesamt eine Milliarde Euro für die neue Fabrik). Wir hätten an anderer Stelle auf dieser Welt wahrscheinlich noch mehr Förderung bekommen. Wir investieren aus eigenen Mitteln jedes Jahr allein rund drei Milliarden in Deutschland, in Forschung und Entwicklung, sowie Fertigungsanlagen, und stärken so den Standort weiter. Der Standort ist für mich eine Herzensangelegenheit.“
Über fehlende Geschwindigkeit und Bürokratie
„Ich wünsche mir, dass Förderbescheide schneller erteilt werden. Es geht um Tempo, Tempo, Tempo, gerade in unserer Industrie. Wir haben in der Tat schon zwei Jahre gebaut, als der finale Bescheid bei uns eintraf. Aber wir hatten das Vertrauen in die deutsche Politik, da wir einen überparteilichen Konsens über mehrere Regierungen hinweg gesehen haben.
Was er vom KI-Boom hält
„Alle, die an diesem Boom zweifeln, sollten nachdenken, wo KI noch überall angewendet werden kann. KI ist eine wirkliche Revolution, die noch Jahre andauern wird. Der Markt und damit der Bedarf an Rechenzentren ist sehr groß. Da ist noch viel mehr Musik drin, als so mancher glaubt. Unser Ziel ist klar: Infineon will bei Leistungshalbleitern auf einen weltweiten Marktanteil von mindestens 30 bis 40 Prozent kommen.“
Mehr NIUS:
Chef des Leibniz-Institutes: „Die Lage ist kritischer als bei der Agenda 2010“
BDI-Präsident: „Unser gesamtes Wirtschaftsmodell ist gefährdet“
Wegen Kapitalrente: Wirtschaft wütend auf Kanzler Merz
Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzender Brudermüller: „Die Situation in Deutschland ist viel ernster, als die meisten denken“
Bier seit 1627: Braunschweiger Traditionsbrauerei Wolters stellt Insolvenzantrag
Deutsche sparen vor allem bei Kleidung und Restaurantbesuchen
VW zieht Stellen-Kahlschlag durch: 50.000 Jobs sollen weg
Kredit-Poker: 12.000 Galeria-Mitarbeiter bangen um ihre Jobs
Mehr NIUS:
Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzender Brudermüller: „Die Situation in Deutschland ist viel ernster, als die meisten denken“
Bier seit 1627: Braunschweiger Traditionsbrauerei Wolters stellt Insolvenzantrag
Deutsche sparen vor allem bei Kleidung und Restaurantbesuchen
VW zieht Stellen-Kahlschlag durch: 50.000 Jobs sollen weg
Kredit-Poker: 12.000 Galeria-Mitarbeiter bangen um ihre Jobs
Wer einen limitierten Ferrari will, muss zuerst das E-Auto kaufen
Cyberangriff auf dänischen Pharmakonzern! Erpresser verlangen 25 Millionen US-Dollar
Immer teurer: Für viele stirbt der Traum vom Eigenheim
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare