„Funk“ beschwert sich über 45,8 Millionen Euro Zwangsgebühren pro Jahr und löscht danach den Beitrag!
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Nur 6 Cent? Mit einem Instagram-Beitrag wollte „Funk“ am Mittwoch offenbar zeigen, wie wenig das Jugendangebot angeblich vom Rundfunkbeitrag abbekommt. Vom monatlichen Beitrag in Höhe von 18,36 Euro seien es „nur“ 0,3 Prozent, also 6 Cent. Unerwähnt blieb dabei: Hinter den vermeintlichen 6 Cent steckt ein Jahresbudget von satten 45,8 Millionen Euro. In den Kommentaren zeigte sich „Funk“ trotzdem überzeugt vom eigenen Pflichtangebot und schrieb: „Ich finds fair.“ Kurze Zeit später wurde der Beitrag gelöscht und ein neuer Beitrag hochgeladen. Darin heißt es nun: „Wir haben 3 Cent vergessen. Sorry, das ist uns echt peinlich.“
„So viel kriegen wir wirklich von eurem Rundfunkbeitrag“, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Instagram-Beitrag des zwangsfinanzierten Jugendformats „Funk“. Der Beitrag zeigt eine Collage aus einem kritischen Kommentar mit der Aussage „18,36 € im Monat...“ und einem Kreisdiagramm, das die Kostenverteilung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aufschlüsseln soll.

Auszug aus dem Beitrag „So viel kriegt Funk“, den das Jugendformat am Mittwoch auf Instagram veröffentlichte und der schon am Donnerstag nicht mehr aufrufbar war.
Die Daten beziehen sich laut „Funk“ auf eine Auflistung der ARD selbst und zeigen, dass beispielsweise die ARD-Landesrundfunkanstalten monatlich 8,70 Euro und das ZDF 4,69 Euro erhalten, während auf Funk „nur“ 6 Cent entfallen würden. Dass daraus dennoch ein stattliches Budget von 45,8 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2026 sowie bereits für das Vorjahr entsteht, verschweigt das umstrittene Jugendangebot geschickt.

Das steuerfinanzierte Jugendformat „Funk“ bezeichnet den monatlichen Betrag als „fair“.
„Wenig ist relativ“
Dass die Einordnung des Jugendkanals nicht vollständig ist, zeigen auch die Kommentare. So schreibt ein Nutzer beispielsweise, dass bei rund 47 Millionen Beitragszahler-Konten und 6 Cent pro Monat eine Summe von 2.820.000 Euro allein monatlich für Funk zusammenkomme. „‚Wenig‘ ist also relativ zu betrachten“, heißt es von dem Kommentator.

Zeigt, dass die Kosten für das öffentlich-rechtliche Format „Funk“ deutlich höher ausfallen als 6 Cent vermuten lassen: der Kommentar eines Nutzers auf Instagram.
„Das ist jetzt wirklich peinlich“
Der Beitrag mit der Behauptung, dass „Funk“ 6 Cent im Monat vom gesamten Rundfunkbeitrag erhalte, war schon am Donnerstag nicht mehr aufrufbar. Wer den Link zum Instagram-Beitrag öffnete, sah stattdessen nur noch eine leere Seite mit dem Hinweis: „Diese Seite ist leider nicht verfügbar. Entweder funktioniert der von dir angeklickte Link nicht mehr oder die Seite wurde entfernt.“

Der kostenrelativierende Beitrag von „Funk“ ist seit Donnerstag nicht mehr auf Instagram verfügbar.
Das Rätsel um den gelöschten Beitrag klärte sich auf, als „Funk“ später einen neuen Beitrag mit dem Titel „Das ist jetzt wirklich peinlich“ teilte. Darin erklärte das steuerfinanzierte Angebot, den vorherigen Beitrag gelöscht zu haben, da der genannte Beitrag von 6 Cent nicht gestimmt habe; tatsächlich seien es 9 Cent.
Brisant: Laut einer Statista-Veröffentlichung gab es 2024 insgesamt 46.992.947 Beitragskonten, die den Rundfunkbeitrag zahlen mussten. Multipliziert man diese Zahl mit 0,09 Euro, kommt man allein für das Beitragsangebot „Funk“ auf satte 4.229.365,23 Euro pro Monat.
Stuhlgang-Tipps und Gelderpresser-Maus
Nicht nur die hohen Kosten, sondern auch die Inhalte des Jugendprogramms, das sich an junge Menschen zwischen 14 und 29 Jahren richtet, gelten als umstritten. So fiel das Format in der Vergangenheit bereits durch Beiträge mit Titeln wie „jetzt wird gekackt“ auf, in denen Menschen Tipps zum Stuhlgang gegeben werden. In anderen Beiträgen wurde jungen Frauen empfohlen, mit ihrer „Yoni“, einem Sanskrit-Wort für Vagina, zu sprechen.

In der Vergangenheit empfahl „Funk“ jungen Frauen mit ihrer Vagina zu sprechen.
Geld her!
In der Informationsrubrik „Wie wird Funk finanziert?“, die auf der offiziellen Website von „Funk“ zu finden ist, wird am Ende „für mehr Informationen zum Rundfunkbeitrag“ ein Video des ehemaligen Funk-Formats „kurzgesagt“ gezeigt, das die Erhebung des Rundfunkbeitrags erklären soll. Auf dem Vorschaubild des Videos zu sehen: der blaue Elefant und die Maus aus der Kinderserie „Die Sendung mit der Maus“. Der Elefant trägt einen Geldbeutel auf dem Kopf und hält ein Messer in der Hand, die Maus trägt eine Augenbinde und richtet eine Waffe gezielt auf den Zuschauer.

Die Maus und der blaue Elefant aus der beliebten Kindersendung „Die Sendung mit der Maus“ sollen den Rundfunkbeitrag offenbar mit Messer und Waffe eintreiben.
Der dabei entstehende Eindruck: Der Rundfunkbeitrag muss gezahlt werden, darüber gibt es bei „Funk“ offenbar keine Diskussion. Über Humor läßt sich streiten.
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