SWR-Format erklärt, wie man Rauch und Großfamilien im Park „eigentlich sehen” soll
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Das gebührenfinanzierte SWR-Instagram-Format „Migratöchter“ ruft Bürger in einem aktuellen Beitrag dazu auf, problematische Zustände in deutschen Parks wie etwa Müll, Rauch und Großfamilien, anders wahrzunehmen und zeigt ihnen, was sie stattdessen „eigentlich sehen“ sollten.
Anfang Mai wurde ein junger Familienvater von mutmaßlichen Angehörigen einer Sinti-und-Roma-Familie so brutal zusammengeschlagen, dass er ins Krankenhaus musste. Zuvor hatte er einen Mann, der im Hinterhof eines Mietshauses in Berlin-Friedrichsfelde grillte, auf ein dort geltendes Grillverbot hingewiesen. Ebenfalls Anfang Mai wurde im Berliner Volkspark Friedrichshain ein Polizist von einer zehnköpfigen Gruppe, die illegal im Park grillte, mit Schlägen, Tritten und einer Beißattacke angegriffen. Anwohner rund um den Park klagen zudem über Müllberge, meterlange Rauchschwaden und menschliche Fäkalien mitten im Park.
Das gebührenfinanzierte SWR-Format „Migratöchter“, das laut dem Sender das Ziel verfolgt, „junge Frauen mit Migrationsgeschichte“ zu stärken, und vor allem Beiträge veröffentlicht, die aus der Sicht migrantischer Frauen geschrieben sind, spielt diese Zustände in einem aktuellen Instagram-Beitrag mit dem Titel „Summermaxxing im Park“ jedoch herunter.
„Maxxing“ ist ein Jugendwort, das sich vom englischen Wort „maximize“ („maximieren“) ableitet und im Jugendjargon bedeutet, eine bestimmte Aktivität oder Eigenschaft maximal zu optimieren. Beim „Looksmaxxing“ geht es beispielsweise um den Trend, die äußere Erscheinung so stark wie möglich zu verbessern. „Summermaxxing“ bedeutet in diesem Fall also, die eigene Sommererfahrung so gehaltvoll wie möglich zu gestalten.
„Migratöchter“ schreibt im Instagram-Beitrag, dass das, „was viele sehen“, beim „Summermaxxing“ im Park „Großfamilien“, „Müll“, „Rauch und Qualm beim Grillen“ und „Shishas“ seien. Eine Beobachtung, die wohl zahlreiche Besucher Berliner Parks, wie etwa des genannten Volksparks Friedrichshain, bestätigen können.

Lärm, Rauch und Müll: Viele Berliner fühlen sich in städtischen Parks nicht mehr wohl.
Weiter heißt es in dem Beitrag jedoch: „Was man eigentlich sehen sollte …“ Anschließend werden die Punkte „Teilhabe am öffentlichen Leben“, „Zeit mit der Familie“, „Kinder spielen an der frischen Luft“ und „Ersatz für Balkon & Garten“ genannt.

Auf Instagram erklärt das Format „Migratöchter“ seinen Zuschauen, was sie „eigentlich sehen“ sollten.
Das Format appelliert damit aktiv an seine Zuschauer, den eigentlichen Blick („was viele sehen“) in eine andere Richtung („was man eigentlich sehen sollte“) zu lenken, die der Realität vieler Parkbesucher in der Hauptstadt jedoch widersprechen dürfte. Die Frage, inwiefern Müll, Rauch und Qualm beim Grillen sowie laute Großfamilien in deutschen Parks mit der „Teilhabe am öffentlichen Leben“ zu tun haben und inwiefern die aufgezählten Punkte zwingend notwendig sind, um „Zeit mit der Familie“ zu verbringen, lässt „Migratöchter“ in dem Beitrag unbeantwortet. Dort heißt es lediglich, Parks seien „die wenigen Orte, die für alle zugänglich und kostenlos sind“.
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