Bundesregierung förderte PR-Agentur, um das Image von geförderten NGOs aufzupolieren
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Die Bundesregierung zahlte einer PR-Agentur über 200.000 Euro dafür, dass sie das Image von staatlich geförderten NGOs aufpoliert. Das Unternehmen „Die Rederei gUG“ erhielt zwischen 2020 und 2023 rund 216.000 Euro Steuergeld, um geförderte NGOs auf dem Feld der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit weiterzubilden.
Die Fördergelder flossen aus der Bundeszentrale für Politische Bildung (BpB). An den Kursen teilnehmen konnten Empfänger des Förderprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“, das wie auch die BpB im Innenministerium angesiedelt ist. Die Regierung unterstützte also jene Organisationen, die sie ohnehin mit Steuermillionen förderte, beim Aufbau eines positiven Images in der Öffentlichkeit – und steigerte so deren Fähigkeiten, die eigene Arbeit und damit auch die weitere Förderung als unverzichtbar darzustellen.
Das Projekt trug den Titel „Und was machst du eigentlich? Erfolgreich Kommunizieren im Projekt“. Auf einer Website des Bundesinnenministeriums (BMI) heißt es dazu: „Viele Aktive und Engagierte machen einen fantastischen Job, sind aber frustriert darüber, dass ihr Einsatz nicht wahrgenommen wird. Obwohl alle Welt nach guten Nachrichten verlangt, berichtet die Presse einfach nicht darüber? Warum ist das so und wie lässt es sich ändern?“

Auf der Website des Förderprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ bewirbt das Ministerium die Workshops.
„Mehr mediale Aufmerksamkeit“
Angeboten wurden drei unterschiedliche Workshop-Varianten: Ein halbtägiger Workshop (Basisvariante A), in dem Grundlagen der Öffentlichkeitsarbeit gelehrt wurden. Ein ganztägiger Workshop (Angebot B), bei dem eine Pressestrategie erarbeitet werden konnte. Sowie die Möglichkeit, bei zwei Tagesworkshops ein gesamtes journalistisches Projekt zu entwickeln (Variante C).
Bewerben konnten sich NGOs, die vom Innenministerium gefördert wurden und „ihre eigene Außendarstellung/Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verbessern“ sowie „mehr mediale Aufmerksamkeit finden wollen“, wie das Ministerium schreibt. Die Förderung der Agentur startete unter CSU-Innenminister Horst Seehofer und wurde unter seiner SPD-Nachfolgerin Nancy Faeser weitergeführt.

Amtsübergabe in Corona-Zeiten. Die Förderung der „Rederei“ lief unter Faeser weiter.
Staatliche Förderung auch für zahlreiche andere Projekte
Die PR-Agentur „Die Rederei“, die als gemeinnützige Unternehmergesellschaft in Dresden tätig und im Netz nur unter dem Namen „lilazwei“ zu finden ist, wird auch für andere Projekte staatlich gefördert. Insgesamt flossen von der BpB rund 350.000 Euro an die Agentur. Aus dem Familienministerium bekam „Die Rederei“ insgesamt 875.000 Euro für das Projekt „Fakt oder Fake“. Auch für das Portal „Spreuweizen“, das Schulmaterialien und Workshops zum Thema Medien und Soziale Netzwerke anbietet und gegen vermeintliche „Desinformation“ kämpft, wurde mit Steuergeld unterstützt.

Der Auftritt von Spreuweizen im Netz.
Auf einem Handout von „spreuweizen“ zur Frage „Wie erkenne ich Desinformation?“ werden als verlässliche Quellen etwa die Website „Fakten gegen Rechts“ sowie das linke Medienhaus Correctiv angegeben. Zu den Partnern der Agentur gehören laut „lilazwei“-Website zahlreiche weitere linke Organisationen wie die Bildungsstätte Anne Frank, die Amadeu Antonio Stiftung, der „Dachverband der Migrant*innenorganisationen in Ostdeutschland“ oder die Grünen im Sächsischen Landtag.
Die NGOs sind bei der Agentur also in besten Händen, wenn sie lernen wollen, wie man linke Ideologie am besten vermarktet.
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