Terror-Konferenz mit NGOs und Linkspartei: Organisatoren rufen dazu auf, das Amazon-Hochhaus anzuzünden
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In Berlin hat am Wochenende die Konferenz „Cables of Resistance“ (auf Deutsch: „Kabel des Widerstands“) stattgefunden. An der Zusammenkunft waren Politiker der Linkspartei, NGO-Mitarbeiter und der Vulkangruppen-Vordenker Guido Arnold beteiligt. Die Organisatoren riefen dabei (indirekt) dazu auf, das Berliner Amazon-Hochhaus anzuzünden, wie Fotos auf sozialen Medien zeigen. Das Innenministerium äußert sich beschwichtigend. NIUS konfrontierte vor Ort die Teilnehmer.
Dabei war schon die Bewerbung des Kongresses im Verlagsgebäude des Neuen Deutschland (welches zur Hälfte der Linkspartei und zur anderen Hälfte einem ehemaligen Stasi-Offizier gehört) eindeutig: Die Veranstalter nutzten ein durchtrenntes Kabel als Foto – und riefen zur Auslotung von „Aktionsformen“ gegen „Big Tech“ und den „Faschismus“ auf. Auf der Website hieß es dazu: „Wir sind Bewegungen und antikapitalistische Aktivist*innen, die eine Vielfalt an Widerstandsformen gegen Big Tech praktizieren. Wir wollen interessierte Menschen, Aktivist*innen und Bewegungen zusammenbringen, uns vernetzen und lokale Kämpfe verbinden.“

Auf dem Kongress selbst legten die Organisatoren Sticker mit dem brennenden Amazon-Hochhaus aus, versehen mit Parolen wie „Never accept Amazon tower“, „Jeff, wir wissen wo dein Tower steht“ oder Feuerzeuge mit der Aufschrift „The wrong Amazon is Burning“. Die Sticker verbreiteten die Veranstalter selbst auf ihren Social-Media-Kanälen. Das Amazon-Hochhaus befindet sich in fußläufiger Entfernung vom Veranstaltungsort am Franz-Mehring-Platz in Berlin-Friedrichshain.
Die Konferenz fand nur gut drei Monate nach dem Anschlag der „Vulkangruppen“ in Berlin statt. Im Januar hatten technologiefeindliche Ökoextremisten Hochspannungsleitungen eines Kraftwerks im Ortsteil Lichterfelde in Brand gesetzt. Durch den Anschlag schnitt man mehr als 100.000 Menschen über viereinhalb Tage vom Strom ab. Tausende mussten evakuiert werden, das Leben in den Stadtteilen Zehlendorf, Lichterfelde, Wannsee, Schlachtensee und Nikolassee kam tagelang zum Erliegen, eine Frau starb zudem unterkühlt in ihrer Wohnung. Der Aktivist und Autor Guido Arnold, der auch bei der „Cables of Resistance“-Konferenz anwesend war, forderte im Januar – kurz im Nachgang des Angriffs auf das Berliner Stromnetz – bei einem konspirativen Treffen in der Schweiz „Angriffe“ auf Rechte, wie NIUS exklusiv recherchiert hatte.
Dies wiederum hielt die Linkspartei nicht davon ab, für die Aktivisten einen Veranstaltungsort zur Verfügung zu stellen. Und auch Politiker der Partei beteiligten sich an der Konferenz: So nahm die Bundestagsabgeordnete Sonja Lemke am Kongress teil – und sprach dort über die „Nutzung der parlamentarischen Linken“ zur Weitergabe „wichtiger Informationen“. NIUS konfrontierte die Abgeordnete Sonja Lemke am Eingang mit ihrer Teilnahme.
Sehen Sie hier, wie NIUS die Linken-Abgeordnete Lemke konfrontiert:
Zahlreiche NGO-Mitarbeiter vor Ort
Auch ein Mitarbeiter der NGO „FragDenStaat“ war als Aussteller auf der Konferenz zugegen. Deren Trägerverein Open Knowledge Foundation Deutschland e.V. erhielt allein 2024 über 850.000 Euro Steuergeld vom Bund. NIUS konnte den Mitarbeiter am Eingang abpassen und fragte ihn, ob sein Arbeitgeber über seine Teilnahme in Kenntnis sei – eine Antwort erhielt man nicht.

Joschi Wolf, Mitarbeiter der linken NGO „FragDenStaat“, geht auf die Konferenz.
Das Innenministerium zeigte sich auf Anfrage von NIUS beschwichtigend. Zwar sei der Behörde die Veranstaltung bekannt, allerdings lägen ihr „keine Informationen“ vor, dass im Rahmen der Konferenz Informationen beispielsweise über kritische Infrastruktur von Abgeordneten an die linksextreme Szene weitergegeben würden.
Neben weiteren Mitgliedern und Mitarbeitern der Linkspartei wie der Bundestags-Referentin Anne Roth nahm mit Lena Rohrbach auch eine führende Persönlichkeit von Campact teil. Rohrbach sitzt in der Mitgliederversammlung; Campact gilt als zentrale Agitationsplattform im „Kampf gegen Rechts“ und beteiligt sich durch Social-Media-Arbeit, Demoaufrufe und Petitionen immer wieder an vermeintlich „progressiven“ Politikforderungen.

Teilnehmer vermummen sich auf dem Weg zur Veranstaltung.
Der Vulkangruppen-Vordenker Guido Arnold hatte im Vorfeld des Kongresses der taz ein Interview gegeben. Darin antwortete er auf die Frage, ob er etwas mit den Vulkangruppen zu tun habe, rhetorisch: „Warum sollte ich?“ Darauf, dass Arnold bereits „Angriffe“ auf Rechte forderte und auch die Veranstaltung „Nein zu NIUS“ bewirbt, auf deren Logo NIUS zerschlagen wird, sprach ihn die taz nicht an.
Arnold selbst nahm an der Konferenz wohl in Tarnung teil, wie ein Foto nahelegt. Sein Kollege Detlef Hartmann, den man ebenfalls zu Arnolds Kollektiv Çapulcu zählt, sprach auf der Konferenz zum Thema der „Faschisierung“.
Mehr NIUS: Linkspartei diskutiert mit Vulkangruppen-Vordenker auf Kongress über „notwendige Aktionsformen“
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