Merz diskreditiert das Ehrenamt! Musik & Sport seien nicht so viel wert wie Engagement in einer politischen Partei
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Bundeskanzler Friedrich Merz hat beim Katholikentag in Würzburg für mehr Engagement in politischen Parteien geworben – und dabei ausgerechnet das Ehrenamt in Sport, Musik und Umweltarbeit herabgesetzt.
Merz sagte: „Ich werbe dafür, im Plural in die politischen Parteien zu gehen. Vor allen Dingen die politischen Parteien der Mitte und sie zu stärken. Wir leben von unseren Mitgliedern. Wenn keiner mehr hingeht, ist die Demokratie am Ende.“
Dann erklärte der Kanzler, „punktuelles Engagement“ könne das nicht ersetzen. Wörtlich sagte Merz: „So ehrenwert das alles ist: Musik, Sport, viele, viele andere Dinge bis hin zum Naturschutz, Umweltschutz. Alles gut, alles richtig. Aber das dauerhafte, über eine längere Zeit gezeigte und eingebrachte Engagement kann das nicht ersetzen.“
Ehrenamt im Sport und in der Musik scheint weniger wert
Eine bemerkenswerte Aussage: Denn gerade in Sportvereinen, Musikschulen, Chören, Feuerwehren oder im Naturschutz engagieren sich Millionen Menschen oft über Jahre und Jahrzehnte hinweg – häufig abends, am Wochenende, bei Wind und Wetter. Sie trainieren Kinder, organisieren Vereinsleben, übernehmen Verantwortung vor Ort. Merz spricht von „punktuellem Engagement“ – und stellt politisches Parteimitgliedschafts-Engagement darüber.
NIUS-Chefredakteur Julian Reichelt kommentiert dazu: „Laut Merz ist das aber alles nicht so viel wert wie Engagement in einer politischen Partei. Merz versteht das Land nicht. Er weiß offenbar nicht, dass solches Ehrenamt nicht punktuell ist, sondern Menschen oft jahrzehntelang im Regen auf Sportplätzen stehen, um Kinder zu trainieren und der Gesellschaft etwas zu geben. Vollkommen unbegreiflich, wie man so herablassend darüber reden kann.“

Während der Podiumsdiskussion wurde Merz auch von linksextremen Klima-Aktivisten gestört.
Es ist nicht die einzige umstrittene Aussage des Kanzlers beim Katholikentag. Merz sprach auch kritisch über die USA unter Präsident Donald Trump. Er sagte, er würde seinen Kindern derzeit nicht empfehlen, in die USA zu gehen, dort ausgebildet zu werden oder dort zu arbeiten. Als Grund nannte er ein verändertes gesellschaftliches Klima. Merz erklärte zudem, er sei zwar ein „großer Bewunderer Amerikas“, seine Bewunderung nehme „im Augenblick nicht zu“. Zuvor wurde die katholische Veranstaltung von Klima-Aktivisten gestört.
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Philippe Fischer
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