„Nazis töten“, „Klimastreik“, „Wir kommen von der Antifa“: Für die Auszeichnung dieser Musiker lässt Weimer 1,2 Millionen Euro Steuergelder springen
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Die von Wolfram Weimer mit 18,5 Millionen Euro Steuergeldern geförderte „Initiative Musik“ vergibt einen Preis an Musiker für ihre „sozialpolitische Relevanz“. Unter den am vergangenen Mittwoch gewürdigten Preisträgern sind solche, die sich offen zur „Antifa“ bekennen und vor „Nazis töten“-Graffitis posieren. Die Musikerin Nina Chuba hat „mit einem Teil ihrer ostdeutschen Familie“ wegen deren AfD-Sympathie „gebrochen“.
Die Initiative Musik und die Akademie für Popmusik möchten mit dem „Polyton-Musikpreis“ Musiker und ihre Musik „jenseits von Verkaufszahlen“ für ihre „sozialpolitische Relevanz“ und „künstlerische Leistung“ würdigen. Sie vergeben den Preis in zehn Kategorien wie „Pop“, „Punk“, „Schlager“ oder „Hyperpop“.
Unter den zehn Preisträgern befinden sich vier, die sich linksradikal oder offensiv „gegen Rechts“ positionieren. Die in der Kategorie „Hyperpop“ ausgezeichnete Künstlerin Domiziana posierte letztes Jahr in Unterwäsche und High Heels vor dem Graffiti „Nazis töten“. Mit Verweis darauf, dass der Spruch nicht nur als Imperativ, sondern auch im Indikativ gelesen werden kann, negieren Linke regelmäßig, dass es sich dabei um eine Mordaufforderung handelt.

Domiziana posiert vor dem Schriftzug „Nazis töten“.
„Wir kommen aus der Antifa“
Die Mitglieder der in der Kategorie „Punk“ ausgezeichneten Band „Turbostaat“ erklärten in einem Interview, sie wären „früher in der Antifa“ gewesen. Gegenüber dem Deutschlandfunk hatte die Band berichtet: „Wir kommen ja aus diesem Punk-Ding und Antifa“. Auf ihrem Instagram-Account posiert die Band auch heute vor „Kein Bock auf Nazis“-Schriftzügen. Laut taz könnten sich „sowohl die Antifa als auch der Mainstream“ auf Turbostaat „einigen“.

Turbostaat setzt sich mit dem Schriftzug „Kein Bock auf Nazis“ in Szene.
„Ich habe mit meiner ostdeutschen Familie gebrochen“
In der Kategorie „Pop“ werden für den Song „Rage Girl“ gleich neun Interpretinnen ausgezeichnet, darunter Nina Chuba. Sie hatte letztes Jahr mit ihrer Erklärung für Aufsehen gesorgt, „mit einem Teil“ ihrer „ostdeutschen Familie gebrochen“ zu haben, „weil sie politische Haltungen vertreten, für die ich nicht stehe“. Damit spielte sie darauf an, dass viele Ostdeutsche die AfD wählen. Über die Rechtspartei sagte sie: „Ich bin absolut gegen die AfD.“

Nina Chuba ist „absolut gegen die AfD“.
Die Kategorie „Newcoming“ gewann der Sänger Jonny Mahoro. Letztes Jahr rief er gemeinsam mit Fridays for Future Schüler zum „Klimastreik“ auf – also auch dazu, die Schule zu schwänzen. Jonny Mahoro selbst erklärte, er habe wegen des sogenannten Klimawandels „Zukunftsangst“.

Jonny Mahoro ruft Schüler zum „Klimastreik“ auf.
1,2 Millionen Euro für die Preisverleihung
Wolfram Weimer fördert die „Initiative Musik“ jährlich mit 18,5 Millionen Euro Steuergeldern und beruft ihren Aufsichtsrat. Organisatorisch darin eingebunden ist das Projekt „Akademie für populäre Musik“, die den Preis offiziell verleiht. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, „politische und ökonomische Diskussionen rund um die Musikwirtschaft zu organisieren“.

Wolfram Weimer (links) posiert unter anderem mit Herbert Grönemeyer, dem „Botschafter“ des „Polyton-Musikpreises“ (zweiter von rechts), auf der Preisverleihung.
Allein die dreitägige „Polyton“-Veranstaltung mit unterschiedlichen Gesprächsformaten und der Preisverleihung „als Höhepunkt“ förderte Weimer in diesem Jahr mit 1,2 Millionen Euro Steuergeldern, teilte er auf NIUS-Anfrage mit. Als „Botschafter“ und Laudator in der Kategorie „Rap“ hatte man Herbert Grönemeyer angeheuert, andere „Botschafter“ waren beispielsweise die Podcasterinnen Ines Anioli und Nele Ludowig Roeffen.

Herbert Grönemeyer hält die Laudatio für SSIO, den Gewinner in der Kategorie „Rap“.
Im Song „Ich ich ich ich ich“ des Album „Alles oder nix“, für das die „Initiative Musik“ den deutsch-afghanischen Rapper SSIO würdigt, inszeniert dieser sich als Opfer der AfD: „Die AfD würde jetzt mein’n deutschen Pass enteignen“, rappt er darin. SSIO selbst nahm den Preis von Grönemeyer nicht entgegen, sonden die Schauspielerin Jasna Fritzi Bauer.

Der Rapper SSIO (bürgerlich: Ssiawosch Sadat) inszeniert sich in seiner Musik als Opfer der AfD.
Mit dem „Polyton-Musikpreis“ ist kein Preisgeld verbunden. Auch Wolfram Weimer war bei der Preisverleihung am Mittwoch in Berlin-Tempelhof anwesend. NIUS fragte beim Kulturstaatsminister an, ob er nur linke bis linksradikale Musiker für „sozialpolitisch relevant“ und preiswürdig halte – oder auch rechts-konservativ positionierte Künstler. Der Kulturstaatsminister ließ ausrichten, dass sich der Preis allein „an der künstlerischen Qualität und professionellen Aufführung von Musik“ orientiere.
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