Junge Union-Chef kritisiert Söder: „Nicht nur den Bart abrasieren“
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Im Streit um die Zukunft der gesetzlichen Rente verschärft sich der Ton innerhalb der Union. Der Bundesvorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel, kritisiert den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder indirekt für dessen Widerstand gegen Reformvorschläge der Rentenkommission. Anlass ist Söders Ablehnung einer möglichen Abschaffung der Minijobs.
Winkel warb im Interview mit dem Stern dagegen für tiefgreifende Reformen und erklärte: „Nach vorn gerichtete Politik muss sich also nicht nur den Bart abrasieren, sondern auch mal alte Zöpfe abschneiden.“ Damit spielte der JU-Chef darauf an, dass sich der bayerische Ministerpräsident kürzlich nach einem Missgeschick beim Rasieren den Bart abnehmen musste.

Der inzwischen bartlose Söder vor wenigen Tagen mit Vizekanzler Klingbeil (SPD) bei der Ministerpräsidentenkonferenz im Kanzleramt
Weiter sagte Winkel: „Die Kommission hat gezeigt, dass man zu einem großen Wurf kommen kann, wenn man unideologisch und an der Sache orientiert arbeitet. Das wünsche ich mir öfter auch von Politikern, die schon sehr lange dabei sind. Alle müssen jetzt ihrer Verantwortung für das Land gerecht werden, statt eine Rentenreform zu torpedieren, auf die Deutschland seit 30 Jahren wartet.“
Forderung nach Steuerreform
Zudem forderte Winkel eine deutlich größere Steuerreform. Das Gesamtvolumen der Steuerentlastungen müsse „deutlich über 20 Milliarden Euro“ liegen. „Es bringt wenig, eine Steuerreform zu verabschieden, die man im Portemonnaie kaum spürt, um die es aber vorher eine große politische Schlacht gibt“, sagte er.
Mit Blick auf die Steuerreform zeigte sich der JU-Vorsitzende zugleich undogmatisch. „Die Rentenkommission hat gerade gezeigt, was möglich ist, wenn Leute aus ihren parteipolitischen Schützengräben herauskommen. Daran sollten wir uns auch bei der Einkommensteuerreform ein Beispiel nehmen.“ Zugleich forderte Winkel den Abbau von Subventionen. „Wir bevorzugen am besten gar keine Branche und schaffen für alle die gleichen Ausgangsvoraussetzungen“, sagte der JU-Chef.
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