Milliarden-Projekt F126 abgebrochen: Neue Fregatten für die Marine nun deutlich kleiner
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Eigentlich sollten alte Fregatten wie die „Schleswig-Holstein“ oder die „Brandenburg“ zeitnah ausgemustert werden. Doch nun werden die mehr als 30 Jahre alten Schiffe weiterfahren und müssen gegebenenfalls modernisiert werden, denn die Nachfolge-Generation F126 wurde gestrichen.
Das Verteidigungsministerium beendet überraschend das milliardenteure Rüstungsprojekt für sechs Fregatten des Typs F126. Damit werde auf erhebliche Verzögerungen sowie absehbare Kostensteigerungen und Risiken reagiert, teilte das Ministerium in Berlin mit.
Das zunächst als Generalunternehmer beauftragte niederländische Unternehmen Damen Schelde Naval Shipbuilding (DSNS) habe zeitliche und finanzielle Rahmenbedingungen nicht einhalten können, so das Ministerium. Die erste Fregatte mit einer sogenannten Anfangsbefähigung hätte Mitte 2028 geliefert werden sollen. Angeblich soll es in der Zusammenarbeit zwischen der niederländischen Damen-Werft und den beteiligten deutschen Werften gestockt haben, berichteten die Kieler Nachrichten im Jahr 2025. In Deutschland wären am Bau die „German Naval Yards“-Werft in Kiel und die Peene-Werft in Wolgast beteiligt gewesen.
Die folgenden Schiffe bis 2033. Das Ministerium hatte einen Generalunternehmerwechsel geprüft, sich aber dagegen entschieden.
Das Fregattenprojekt war spätestens im vergangenen Jahr schwer ins Stocken geraten (NIUS berichtete). Damals gab sich der Hersteller noch optimistisch:
„Die Ablieferung des ersten Schiffes soll im Jahr 2028 erfolgen. Das hochkomplexe Projekt erhält und stärkt die Schlüsseltechnologie ‚Marine-Überwasserschiffbau‘ in Deutschland, erweitert diese um zusätzliches Know-how aus den Niederlanden und sichert tausende Arbeitsplätze auf den beteiligten Werften sowie bei zahlreichen Zulieferunternehmen und Partnern in ganz Deutschland.“
Zunächst hatten sich die Kosten des im Jahr 2020 gestarteten Projektes für sechs F126-Fregatten auf insgesamt rund 9 Milliarden Euro belaufen sollen. Bisher sind bereits Kosten von rund 2,3 Milliarden Euro entstanden.
Alternative ist deutlich kleiner
Nun wurde laut Ministerium für den Fall einer Fortführung des Projektes unter anderem Dach festgestellt, dass der Gesamtfinanzbedarf dann auf mehr als 18 Milliarden Euro ansteigen würde. Das Ministerium verwies zudem auf die bereits im März getroffene Entscheidung, nun acht Fregatten des Typs Meko A-200 DEU – primär für die seegestützte U-Boot-Jagd bestimmt – zu beschaffen.

Die Fregatte Meko 200
Der Zeitdruck bei der Beschaffung der Schiffe hat einen konkreten Hintergrund: Deutschland hat der NATO zugesichert, ab 2028 Fähigkeiten zur U-Boot-Abwehr im Nordatlantik bereitzustellen.
Neue Fregatte ist 27 Prozent kürzer
Zwischen der Meko-200-Serie und dem Projekt F126 bestehen jedoch erhebliche Unterschiede. Die F126 war als deutlich größeres Schiff geplant: 166 Meter lang, mit einer Verdrängung von rund 10.500 Tonnen. Die Größe hätte Spielraum für spätere Modernisierungen geboten – etwa für neue Sensoren, zusätzliche Bewaffnung oder perspektivisch auch Laser-Systeme.
Die Meko A-200 fällt dagegen deutlich kompakter aus. Sie ist rund 121 Meter lang und kommt auf etwa 3.950 Tonnen Verdrängung. Grundlage ist die modulare MEKO-Plattform von TKMS, die seit den 1980er-Jahren weiterentwickelt und bereits an verschiedene Marinen exportiert wurde. Allerdings bietet die kleinere Bauweise weniger Reserven für künftige Nachrüstungen bei Sensorik, Bewaffnung und weiteren Fähigkeiten.
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