Leif-Erik Holm (AfD): „Es gibt viele, die bei den Grünen schon auf dem Schoss sitzen“
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Leif-Erik Holm sieht die CDU nicht mehr als bürgerliche Kraft – und wirft ihr vor, den politischen Wechsel in Mecklenburg-Vorpommern zu blockieren. Im Gespräch mit NIUS-Politikchef Ralf Schuler sagt der AfD-Spitzenkandidat: „Die CDU ist aus meiner Sicht nicht mehr primär eine bürgerliche Partei.“
Zwar gebe es in der Union noch bürgerliche Leute, sagt Holm. „Zum Glück, aber die werden weniger.“ Dann wird er deutlich: „Es gibt viele, die bei den Grünen schon eher auf dem Schoß sitzen. Und es gibt viele Opportunisten.“ Die CDU sei für ihn inzwischen „eine reine Machtmaschine“.
Sehen Sie hier das Interview im Video:
„Es gibt bei uns keinen Grund, CDU zu wählen“
Holm wirft der Union vor, sich politisch immer weiter nach links zu bewegen. Mit Blick auf Bundeskanzler Friedrich Merz und die Zusammenarbeit mit der SPD sagt er: „Man betreibt sozusagen linke Politik immer weiter.“ Die CDU behaupte, sie habe keine andere Option – dabei gebe es aus Sicht Holms sehr wohl eine Alternative. „Aber sie nutzen sie nicht und machen stattdessen weiter linke Politik. Und deswegen geht auch die CDU natürlich den Bach runter.“
Für Mecklenburg-Vorpommern sieht Holm die CDU nicht als Kraft des Wechsels. Nach seiner Darstellung wolle die Union im Zweifel lieber mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und der SPD zusammenarbeiten als mit der AfD. Seine Schlussfolgerung: „Es gibt bei uns keinen Grund, CDU zu wählen.“

Zweimal trat Holm im früheren Wahlkreis von Angela Merkel an – später gewann er in Schwerin das Direktmandat für den Bundestag.
Besonders scharf greift Holm die Brandmauer-Strategie an. Auf der bürgerlich-konservativen Seite gebe es viele Menschen, „auch innerhalb der CDU und bisherige CDU-Wähler, die den Wechsel wollen“. Doch mit der CDU werde es diesen Wechsel aus seiner Sicht nicht geben.
AfD will Unternehmer und frühere CDU-Wähler erreichen
Holm sieht seine Partei inzwischen weit über das klassische Protestmilieu hinaus verankert. „Uns fliegen die Herzen zu“, sagt er über seine Gespräche im Land. Besonders bei Unternehmern nehme er eine große Offenheit für die AfD wahr. Er verweist auf eine bundesweite Umfrage, nach der 32 Prozent der Unternehmer AfD wählen würden, aber nur noch 25 Prozent CDU.
Für die Union sei das ein Alarmsignal. „Denen geht da ein Alleinstellungsmerkmal, was sie früher hatten, komplett verloren“, sagt Holm. Gerade in Mecklenburg-Vorpommern gebe es aus seiner Sicht eine wachsende Bereitschaft, „endlich mal den Wechsel herbeizuführen“.
Holm beschreibt die politische Lage im Land als Gegensatz zwischen einem linken Block und einer bürgerlich-konservativen Seite. Dort wachse der Wunsch nach einer politischen Gegenkraft. „Wenn zu viel Umverteilung stattfindet, muss es doch mal eine bürgerliche Gegenkraft geben, die dann auch mal in Regierungsverantwortung kommt“, sagt der AfD-Politiker.

In seinem Wahlkreis konnte sich Holm deutlich gegen SPD-Ministerin Reem Alabali-Radovan durchsetzen.
Holm bereitet AfD auf mögliche Regierung vor
Gleichzeitig weist Holm den Vorwurf zurück, die AfD sei nur eine Protestpartei. Die Partei bereite sich auf eine mögliche Regierungsübernahme vor. „Wir rekrutieren bundesweit natürlich die Leute für den Fall, dass es losgeht“, sagt er. Auch die FPÖ in Österreich habe die AfD dabei beraten, weil sie bereits Regierungserfahrung mitbringe.
Holm räumt ein, dass eine Regierungsübernahme für seine Partei eine große Herausforderung wäre. „Das ist natürlich eine Herausforderung, und da täuschen wir auch nichts vor.“ Der AfD-Spitzenkandidat kündigt an, sich Sachverstand von außen zu holen. Ein Regierungsapparat brauche „viele gute Leute“.
Das Programm der AfD in Mecklenburg-Vorpommern sei ein Regierungsprogramm, sagt Holm. Die Partei wolle zeigen, dass sie Verantwortung übernehmen könne. „Wir werden eben nicht mehr als Protestpartei allein agieren, sondern wir wollen Verantwortung übernehmen.“

Vom Mikrofon in die Politik: Holm war lange Radiomoderator, bevor er 2013 den AfD-Landesverband in Mecklenburg-Vorpommern mit aufbaute.
Holm setzt dabei auf einen politischen Stimmungswechsel im Osten. Zunächst werde im September in Sachsen-Anhalt gewählt, zwei Wochen später in Mecklenburg-Vorpommern. Seine Hoffnung: „Dass die Bürger sagen: Ja, wir gehen jetzt diesen Weg, weil er notwendig ist.“
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