Leif-Erik Holm (AfD): „Im Grunde sind wir das, was vielleicht die CDU mal vor 30 Jahren war“
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Leif-Erik Holm will Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern werden – und sieht seine AfD längst nicht mehr nur als Protestpartei. Im Gespräch mit NIUS-Politikchef Ralf Schuler sagt der AfD-Spitzenkandidat: „Wir werden eben nicht mehr als Protestpartei allein agieren, sondern wir wollen Verantwortung übernehmen.“
Der ehemalige Radiomoderator berichtet bei „Schuler! Fragen, was ist“ davon, dass seine Partei sich auf eine mögliche Regierungsübernahme in Mecklenburg-Vorpommern vorbereite: „Wir rekrutieren bundesweit natürlich die Leute für den Fall, dass es losgeht.“
Sehen Sie hier das Interview im Video:
Holm sieht AfD als Erben der CDU
Die CDU sieht Holm dabei nicht mehr als bürgerliche Alternative zum bisherigen Portfolio der Parteien. „Die CDU ist aus meiner Sicht nicht mehr primär eine bürgerliche Partei“, sagt er. Sie sei für ihn „eine reine Machtmaschine“ und betreibe letztlich „linke Politik immer weiter“. Über die AfD sagt Holm dagegen: „Im Grunde sind wir das, was vielleicht die CDU mal vor 30 Jahren war oder die CSU.“
Besonders scharf greift Holm die SPD-geführte Landesregierung von Manuela Schwesig an. Nach 28 Jahren SPD-Regierung in Mecklenburg-Vorpommern sei „alles unter Mehltau begraben“. Sein Ziel: „Der Mehltau muss weg.“ Ein mögliches Bündnis aller anderen Parteien gegen die AfD hält Holm für unwahrscheinlich. Das würde aus seiner Sicht „die CDU zerreißen“ und wäre „der Tod der CDU“.

Holm will in Schwerin als Ministerpräsident das Amt von Manuela Schwesig übernehmen. Aktuell sitzt er für die AfD im Deutschen Bundestag.
AfD drängt auf Reform von ARD und ZDF
Für den Fall eines Wahlsiegs kündigt Holm konkrete Schritte an. „Wir werden beispielsweise den Rundfunkstaatsvertrag mit dem NDR kündigen, um da endlich zu Reformen zu kommen. Weil diese Desinformationen, die teilweise geleistet werden – für 9 Milliarden Euro, die wir bundesweit für dieses öffentlich-rechtliche System zahlen –, da sind wir nicht mehr bereit zu blechen.“ Der Zwangsgebühren-Rundfunk müsse reformiert werden, weil dort aus seiner Sicht unliebsame „Meinungen quasi weggelassen werden“.

„Wir haben einen Riesenmoloch geschaffen“, sagt Holm über das System von ARD und ZDF.
Auch in der Energiepolitik setzt Holm auf einen harten Kurswechsel. Den Windkraftausbau lehnt er klar ab: „Wir sind komplett dagegen.“ Er spricht von „Zappelstrom“ und fordert langfristig wieder günstiges Gas aus Russland und damit ein beruhigtes Verhältnis zum Kreml, das natürlich nicht bedingungslos sein sollte: „Wir wollen natürlich auch das konkurrenzlos günstige Gas über die Pipeline wieder beziehen.“
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